Kommandogeber beim DFB: Kimmich. © Hassenstein/AFP (2)
Redebedarf: Kimmich (li.) und Nagelsmann.
Winston-Salem – Das erste Training am Ort, an dem die WM-Magie im deutschen Team entstehen soll, nutzte Julian Nagelsmann für das Wesentliche. Mehr als 15 Minuten lang dauerte die Unterredung, die der Bundestrainer sechs Tage vor dem ersten WM-Spiel des DFB-Teams am Sonntag (19 Uhr MESZ) gegen Curacao mit seinem Kapitän Joshua Kimmich führte. Ein Bild, das von der Frage begleitet wird: Wie führt man ein Team, das nicht als Favorit gilt, zum WM-Titel?
Für Kimmich ist das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko das erste als Kapitän. Genau zur rechten Zeit – denn als Spieler und Führungsfigur fühlt sich der 31-Jährige so reif wie nie zuvor. „Die letzten beiden Jahre hatten es echt in sich“, sagt Kimmich in der Dokumentation „Kapitän Kimmich“, die seit Dienstag in der ZDF-Mediathek verfügbar ist und am 20. Juni im TV läuft. Obwohl er im Sommer 2024 „zu 95 Prozent schon weg“ vom FC Bayern war, blickt er positiv zurück – dank Vincent Kompany.
Der Bayern-Coach sagt: „Seine Führungsfähigkeiten hat er enorm gesteigert.“ Ehrgeizig und hungrig war Kimmich schon immer, im Falle einer Niederlage will selbst seine Ehefrau Lina (der Star der Doku!) „lieber mit jemand anderem aus der Allianz Arena nach Hause fahren“. Aber Wut und Enttäuschung sind „nicht immer die richtigen Emotionen, die die Mannschaft braucht“, sagt Kompany. Das richtige Timing, die besten Momente – „diese Schritte hat er gemacht“.
Laut ist Kimmich noch immer, aber mit Bedacht. Er spricht da „eine Sprache mit Kompany“, sagt der Coach. Sein Ziel formulierte er in der Doku ebenso. Nagelsmann kennt es aus erster Hand – aber noch mal für die ganze Nation: „Ich will auf jeden Fall Weltmeister werden.“H. RAIF, V. TSCHIRPKE, M. BONKE