„Das Märchen von Sechzig?“

von Redaktion

Präsident Mang träumt – Torjäger Haugen wechselt – DFB-Sportdirektor Völler spendet

München – Zeit zum Durchschnaufen? Für Gernot Mang derzeit nicht drin. Der Löwen-Präsident hetzt momentan von Termin zu Termin, um den mächtig in Schieflage geratenen Traditionsverein wieder in die Spur zu bringen. Am Montag und Mittwoch standen Termine mit der Stadtspitze an, um die Zukunft des TSV 1860 im Grünwalder Stadion zu besprechen. Neu-Bürgermeister Dominik Krause erklärte nach dem Treffen dazu: „Ich habe mir heute von Präsident Gernot Mang die Situation aus Vereinssicht schildern lassen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Löwen diese Krise meistern werden.“

Zwischen den Terminen heißt es für Mang: Sponsorenakquise. Immerhin muss ein komplett neuer Kader vom e. V. unter Vertrag genommen und bezahlt werden. Mang gab sich gegenüber dem BR betont entspannt: „Das werden harte Verhandlungen werden, harte Tage. Ich bin mir sicher, dass wir zu Beginn der Regionalliga eine schlagkräftige Truppe haben werden. Wir brauchen elf Spieler – und die werden wir zusammenbekommen.“ Liga-Konkurrent Schweinfurt steigt am Samstag in die Vorbereitung auf die Regionalliga Bayern (Eröffnungsspiel am 23. Juli) ein, die Löwen haben hingegen noch keine Mannschaft.

Nicht mithelfen beim Wiederaufbau wird definitiv Sigurd Haugen. Der Toptorjäger der Vorsaison (16 Ligatreffer) wird anders als 1860 nicht ab-, sondern aufsteigen. Der 1. FC Nürnberg wird der neue Arbeitgeber des Norwegers werden. Bitter für Sechzig: Durch den Zwangsabstieg kassiert der Club keinen einzigen Cent für den Masken-Mann.

Das Geld muss von anderer Stelle kommen: Abhilfe bei der Finanzierung könnte ein alter Bekannter leisten. Nach unseren Informationen laufen derzeit Gespräche zwischen dem Präsidium und Hauptsponsor „die Bayerische“ über ein Sponsoring-Blitzcomeback. Der Vorstand der Münchner Versicherung, Martin Gräfer, postete einen Fünf-Punkte-Plan mit aus seiner Sicht notwendigen Veränderungen bei den Löwen. Darin hofft der 57-Jährige unter anderem auf hybride Mitgliederversammlungen, um allen Mitgliedern das Wahlrecht zu erleichtern.

Die Unterstützung des jahrelangen Hauptsponsors wäre für Mang & Co. unendlich wichtig, um nach der Abspaltung von Hasan Ismaik auf eigenen Füßen stehen zu können. Der 1860-Präsident blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Im Club spüre der Österreicher eine „Aufbruchsstimmung“. Generell will Mang die positiven Dinge aus dem erneuten Absturz ziehen: „Der Schwarze Mittwoch könnte ein Aufbruchstag gewesen sein. Vielleicht wird es das Märchen von Sechzig.“

Spielverderber in der Märchen-Geschichte Mangs könnte einmal mehr Hasan Ismaik sein. Der Jordanier hat sich mittlerweile den bekannten Anwalt Peter Gauweiler ins Boot geholt, um gegen die Kündigung des Kooperationsvertrages vorzugehen. Durchaus zur Überraschung Mangs: „Ein langjähriger CSU-Politiker vertritt die Werte aus Middle East und geht gegen einen der traditionsreichsten Vereine Deutschlands vor, da passt etwas nicht zusammen.“MBU

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