Wenn man an England denkt – was wäre ein ikonisches Bild, das für das Land steht? Wohl die rote Telefonzelle. Und die USA? Etwas, bei dessen Anblick man sofort weiß, wo man ist? Es wäre ein Schulbus. Gelb, mit Leuchten, mit Spiegeln und einem ausladenden Kühlergrill (keineswegs mit flacher Front).
Der erste Erkundungsspaziergang in Winston-Salem führte mich zu mehr als 30 stehenden Hinguckern. Ich zähle sie durch: Ja, so viele Busse standen auf einem asphaltierten Platz im Universitätsviertel, in dem die Aktivitäten der deutschen Mannschaft stattfinden. Erster Gedanke: Dass die tatsächlich noch diese alten Kutschen in Betrieb haben. Zweiter Gedanke: Aber warum sieht man keine von ihnen in Bewegung – weil Ferien sind? Schließlich die Annäherung an den Fuhrpark, der zum Standpark geworden ist – und die Erkenntnis: Von diesen wunderschönen Bussen fährt keiner mehr.
Kein Mensch ist hier, doch die Fahrertür steht bei allen über 30 Schulbussen offen. Und es sieht so aus, als wäre der Fahrer eben ausgestiegen, im Fußraum seines Platzes sammelt sich, was einem manchmal so runterfällt. In einem Bus liegt am Einstieg sogar eine motortechnische Innerei. Auch wenn lediglich auf einem ein „Out of Service“ auf die Windschutzscheibe geschrieben steht, ist klar: Sie alle sind es.
Die Busse mit der Aufschrift „North Carolina Public Schools“ sind allesamt Mercedesse. Da hat man Respekt vor der Ingenieurs- und der Motorlebensleistung. Das haut man nicht in die Schrottpresse, das stellt man nicht herzlos auf den Autofriedhof. Sie stehen da, als würden sie noch gebraucht werden. Es ist ein Gnadenhof für Schulbusse. Wenn die Mannschaft mal einen stillen Moment erleben will…