Deutschlands Topmann: Julian Köster (M.) © Weller/dpa
München – Beim Deutschen Handballbund denkt man groß. Mehr als 250 Gäste versammelte der DHB am Mittwochabend in München zur Auslosung der Heim-WM 2027 (3. bis 31.1.). Mit dabei unter anderem die Legenden Dominik Klein (42), Stefan Kretzschmar (53) und Bundestrainer Alfred Gislason (66). IHF-Präsident Hassan Moustafa (81) hingegen schwänzte die Sause.
Stattgefunden hat die Ziehung, die dem DHB eine machbare Gruppe A (Serbien, Tunesien, Uruguay) bescherte, im Hofbräuhaus. Blasmusik, Dirndl und Lederhose inklusive. Vielleicht etwas klischeebehaftet, aber der Verband um seinen Präsidenten Andreas Michelmann (66, „Die WM-Reise beginnt heute“) will Aufmerksamkeit und den Trend, die das Team durch Olympia-Silber (2024) und den EM-Vizetitel (2026) lostrat, weiter verstärken. Immerhin vier Prozent Nachwuchszuwachs verzeichnete man in den vergangenen drei Jahren.
Mithelfen dabei soll der neue Übertragungspartner ProSieben/Sat.1, der durch bunte Beiträge auf verschiedenen Plattformen die Knorrs und Kösters noch bekannter machen will. „Ich bin nicht für die Außendarstellung zuständig, aber wir sind da sehr offen“, sagte Gislason. Einziges Tabu: die Besprechung eine Stunde vor dem Spiel.
Auf die WM freut sich der Coach, dessen Vertrag bis 2028 verlängert wurde, denn die „besten Jahre dieses Teams kommen noch“. Dennoch warnt der erfahrene Isländer: „Meine größte Sorge ist, dass alle automatisch davon ausgehen, dass wir im Finale gegen Dänemark spielen“, so der 66-Jährige. „Aber der Weg dahin ist schwer.“MATHIAS MÜLLER