„Meine Zeit wird kommen“

von Redaktion

Jamal Musiala glaubt an baldige Topform – und kämpft mit dem Druck

Zaubern Jamal Musiala und Florian Wirtz (r.) bei der Weltmeisterschaft? © Strauch/dpa

Winston-Salem – Ganz Fußballdeutschland hofft und bangt: Wird Jamal Musiala rechtzeitig zum WM-Start in Topform kommen? Und wie sieht diese Topform inzwischen überhaupt aus, nachdem er durch seinen Wadenbeinbruch so lange verletzt war? Schließlich ist Musiala zwar nun bereits seit Monaten zurück, wirkt aber immer noch gehemmt.

Fast scheint es, als würde nicht sein Körper, sondern der Kopf ihn bei seinem Spiel einschränken. Wie sehr ihn die Folgen der Verletzung noch beschäftigen, verriet der 23-Jährige nun im Gespräch mit der französischen Zeitung L‘Equipe.

„Über den mentalen Aspekt könnte ich eine Stunde lang sprechen. Das Schwierigste an allem ist der Wunsch, wieder auf mein altes Niveau zu kommen, obwohl das nicht von heute auf morgen möglich ist“, erklärte der FCB-Star. „Du spielst seit zwei Wochen wieder und denkst dir: Da liegt noch so viel Arbeit vor mir. Ich hatte seit meiner Rückkehr Höhen und Tiefen. Das ist normal.“

Musiala brauche schlicht noch etwas Zeit. „Es gibt Momente, in denen du die Grenzen deines Körpers spürst, und andere, in denen du dich erst wieder in die Mannschaft einfinden musst. Das hängt alles zusammen: wieder Fußball spielen, wieder Vertrauen in den Knöchel gewinnen. Auf all diese Dinge musst du mental vorbereitet sein.“

Vor allem die Leichtigkeit, die Musiala vor seiner Verletzung auszeichnete, fehlt ihm nach eigener Einschätzung noch. „Wenn der Druck steigt, ist es immer besser, den Kopf freizubekommen und einfach so zu spielen, wie man möchte. Nach einer Verletzung kehren diese mentale Freiheit und die Freude am Spiel am langsamsten zurück.“ Zufrieden sei Musiala mit seinen Leistungen aber noch nicht: „Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und daran, wo ich stehen möchte. Und dort bin ich im Moment noch nicht. Oft ist es einfach eine Frage der Geduld – meine Zeit wird kommen.“

Beim DFB bleibt man trotzdem entspannt. Rudi Völler betonte am Dienstag in Winston-Salem, dass er Musiala bald in Topform erwarte: „Jamal hat vor zwei Jahren eine außergewöhnliche Europameisterschaft gespielt. Er kam jetzt aus einer sehr schweren Verletzung und hat eine Weile gebraucht, um wieder 90 Minuten zu spielen – aber das ist kein Problem“, so der Sportdirektor. „Er wird hier super aufgebaut von unseren Fitnesscoaches, den Trainern und Julian (Nagelsmann). Aber er ist ganz nah dran, wieder der alte Jamal Musiala zu werden. Und ich bin total optimistisch, dass das beim nächsten Spiel funktioniert.“VINZENT TSCHIRPKE PHILIPP KESSLER

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