Pesic vor dem letzten Tanz

von Redaktion

In seiner letzten Finalserie trifft der Bayern-Trainer ausgerechet auf die alte Liebe Berlin

Dirigent im Traumfinale: Svetislav Pesic © Hoppe/dpa

München – Irgendwann hat die Frage ja kommen müssen. Und als sie kam, stand ein breites Lächeln im Gesicht von Svetislav Pesic. „Berlin“, setzte der Trainer der Basketballer des FC Bayern an, „das ist natürlich wunderbar.“ Maximal fünf Spiele hat der 76-Jährige in seiner erfolgreichen Karriere noch vor sich. Der letzte Tanz sozusagen. Und es ist natürlich eine fast schon kitschige Fügung, dass zu dieser Gelegenheit ausgerechnet jene beiden Vereine zusammenkommen, zu denen Pesic die innigste Verbindung pflegt.

Ab Freitag (20.30 Uhr/SAP Garden) spielen der FC Bayern und Alba Berlin in der Serie nach dem Modus „Best of 5“ den neuen deutschen Meister aus. Berlin war von 1993 bis 2000 mehr als nur Pesics sportliche Heimat. Der Trainer-Altmeister hat bis heute eine Wohnung in der Hauptstadt. „Ich habe gedacht, dort bleibe ich für immer.“ Es kam anders: Seit mehr als einem Jahrzehnt hat Pesic seinen Lebensmittelpunkt in München. So wird es nach Lage der Dinge auch bleiben, aller Voraussicht nach soll er auch nach dem Ende seiner Karriere bei den Bayern eingebunden werden.

Doch erst hat man ja auch noch einen Job zu erledigen. Pesic will natürlich seine Karriere mit einer letzten Trophäe beenden. Oder wie er das gerne ausdrückt: „Wir wollen das letzte Spiel gewinnen.“ Der Club braucht ein bisschen Silber ohnehin, um eine bis dato eher durchwachsene Saison zumindest einigermaßen versöhnlich zu beenden. Vor allem der Schmerz über das verpatzte Pokal-Finalturnier sitzt bei den Bayern noch immer tief.

Die Sache vor diesem Titelshowdown hat nun natürlich ihre Tücken. Nach zwei Eiltempo-Serien hatten die Bayern gerade schon wieder eine komplette Woche frei. Was das bewirken kann, hat man vor allem im Halbfinale gesehen, als die Baskets Bonn dem im Sommermodus befindlichen Hauptrunden-Champion fast Spiel eins stibitzt hätten. Ähnlich wie damals hat man es nun mit einem Gegner zu tun, der im vollen Matchmodus aus einer Serie über fünf Spiele kam. Wobei Alba gegen Bamberg den Sack bereits am Dienstag zumachte. Immerhin drei Tage vor dem Finalauftakt also.

Bayern-Kapitän Vladimir Lucic, der übrigens am Tag des dritten Finals seinen 37. Geburtstag feiert, findet es zumindest unglücklich. „Alba ist im Rhythmus und sie hatten Zeit zur Regeneration“, sagte er: „Normalerweise sollte die Mannschaft, die 3:0 gewonnen hat, einen Vorteil haben, aber diesmal ist der Vorteil bei Alba.“

Immerhin: Die Bayern können gegen die Albatrosse wieder mit voller Kapelle auftreten. Auch Welt- und Europameister Andi Obst hat seine Viruserkrankung überwunden, die ihn in der Halbfinalserie gegen Bonn außer Gefecht gesetzt hat. „Er hat jetzt drei, vier Tage wieder voll trainiert“, sagte Pesic, „ich denke, er wird uns sehr helfen, unsere Ziele zu erreichen.“ Noch einmal Meister zu werden, im letzten großen Tanz des Trainers.RP

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