Lothar Matthäus in Chicago. © Hassenstein/AFP, Woitas/dpa
David Raum verbreitet bei der Pressekonferenz Optimismus.
Winston-Salem – Die WM-Stimmung kommt langsam auf, die Drohkulisse aber auch: Die DFB-Elf betont in ihrem Quartier in Winston-Salem immer deutlicher, wie gut sich die Mannschaft versteht und wie intensiv die Trainingseinheiten sind. Man merkt den Spielern von Julian Nagelsmann an, wie heiß sie auf ihr erstes Gruppenspiel gegen Curacao am Sonntag (19 Uhr, ZDF) sind.
Der DFB will seine Gruppe nämlich unbedingt als Erster abschließen – auch, wenn dann im Achtelfinale höchstwahrscheinlich Frankreich als Gegner wartet. Mit welcher Haltung sollte die deutsche Elf nun also ins Turnier gehen? Mit breiter Brust und dem Anspruch, jeden schlagen zu können – oder mit zurückgeschraubter Erwartungshaltung?
David Raum fand darauf eine klare Antwort: „Mit unserem Kader, unserem Trainerteam und dem Team ums Team herum, das auch fantastisch ist, glaube ich, dass die Vorzeichen sehr gut sind, dass wir sehr weit kommen“, erklärte der Linksverteidiger. „Und wenn wir ganz ehrlich sind: So ein Turnier bestreitet man nicht, um Dritter zu werden, sondern wir sind Deutschland, wir haben Ansprüche an uns und wenn man in ein Turnier geht, dann will man das Maximum.“
Heißt: Der Titel soll her! Lothar Matthäus ist dagegen etwas skeptischer. Im Rahmen des Produkt-Launchs der „Topps Lineage FC Bayern München 2025/26“-Sammelkarten erklärte der Rekordnationalspieler: „Deutschland kommt ins Halbfinale – und verliert wieder gegen Spanien.“ Das würde zwar bedeuten, dass die DFB-Elf zumindest den möglichen Achtelfinalbrocken Frankreich übersteht, den Titel traut er ihr aber nicht zu.
Die Zielsetzung ist jedenfalls Gruppenplatz eins – schon um dann in den relativ nahen Orten Boston (Sechzehntelfinale) und Philadelphia (Achtelfinale) zu spielen und Winston-Salem als Basis behalten zu können.
Positiv: Die Suche nach der Elf, die ins Turnier starten wird, ist abgeschlossen. Im Tor wird Manuel Neuer stehen, das Abwehrzentrum bilden Nico Schlotterbeck und Jonathan Tah. Rechts verteidigt Joshua Kimmich, links Nathaniel Brown, sogar Platzhirsch Raum sagt: „Kompliment an ihn.“ Im Mittelfeld starten Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha, in der Offensive Leroy Sané, Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz. Sportdirektor Rudi Völler betont: „Wir werden versuchen, schwer zu schlagen zu sein.“G. KLEIN, V. TSCHIRPKE