„Pulisic? Der beste Spieler aller Zeiten!“

von Redaktion

Los Angeles – Jede Nation hat ihren Superstar: Argentinien hat Lionel Messi, Portugal Cristiano Ronaldo und Brasilien Neymar. Die DFB-Elf hat sogar zwei: Florian Wirtz und Jamal Musiala – auch wenn beide noch nicht in der gewünschten Superstar-Form spielen.

Und dann sind da noch die USA, die als Gastgeberland in der Nacht von Freitag auf Samstag gegen Paraguay (3 Uhr morgens) in das Turnier starten. Dabei setzen sie auf ihren ganz persönlichen Topstar: Christian Pulisic (27). Der ehemalige BVB-Angreifer spielt inzwischen für die AC Mailand und hat es in seiner Karriere auf ein ordentliches internationales Niveau gebracht: Immer gut für ein starkes Spiel, taucht er aber gern auch mal für längere Saisonphasen ab.

In den USA ist Christian Pulisic trotzdem ein absoluter Megastar, ist in jeder zweiten Fußballwerbung zu sehen und wird von den Fans als „LeBron James of Soccer“ bezeichnet (übersetzt: der LeBron James des Fußballs, auch wenn grundsätzlich über die Verwendung des Worts „Soccer“ gestritten werden könnte). Aber glauben die Amerikaner wirklich, Pulisic wäre so gut? Und wenn ja, warum?

Kaum jemand kann diese Frage besser beantworten als Jonathan Salas. Der Amerikaner ist nicht nur großer Fan der US-Nationalmannschaft, sondern auch speziell von Pulisic. Zusammen mit seiner Gruppe „Barra 76“ reist er zu jedem Spiel der US-Boys, wo die selbst ernannte erste Ultragruppe der USA mit ihren Trommeln für Stimmung sorgt. „Pulisic ist der beste Spieler der Welt, der beste aller Zeiten“, erklärt Salas im Gespräch mit unserer Zeitung. Schon verstanden, der Angreifer hat Fußball in den USA populär gemacht und ist aktuell wohl tatsächlich der beste Spieler des nordamerikanischen Kontinents – zumindest solange Alphonso Davies weiter an den Folgen seines Kreuzbandrisses und den anschließenden Folgeverletzungen laboriert.

Aber der beste Spieler aller Zeiten? Ernsthaft? „Das ist schwierig für Europäer, schwierig zu verstehen. Er hat diesen Sport hier groß gemacht, wir verehren ihn. Und im Verein ist er fast immer einer der Besten, wenn er auf dem Platz ist.“ Und tatsächlich: Beim Test der USA gegen Deutschland ist Pulisic der stärkste Spieler auf dem Feld – sein Team verliert aber trotzdem mit 1:2. Um wirklich der LeBron James of Soccer zu werden, muss er wohl noch eine Schippe drauflegen.

Gleiches gilt übrigens für Malik Tillman: Wegen der besseren Aussicht fürs A-Team bekam der Sohn einer deutschen Mutter und eines US-amerikanischen Vaters erst vor vier Jahren der US-Verband den Zuschlag. Der Leverkusener führte das US-Team beim Gold-Cup im vergangenen Sommer fast im Alleingang ins Finale gegen Mexiko (1:2). Deshalb bezahlte die Werkself für den 24-Jährigen auch 35 Millionen Euro Ablöse an PSV Eindhoven. Dummerweise gibt es im Verein und in der Nationalelf noch zu viele Spiele, in denen diese Anlagen versanden.VINZENT TSCHIRPKE, FRANK HELLMANN

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