Brüllt Gavel bald für Bayern?

von Redaktion

Bambergs Erfolgscoach soll sich bereits mit den Münchner Basketballern einig sein

Eine Kostprobe an neuer Arbeitsstätte? Gavel wurde mit Bamberg in München Pokalsieger. © Löb/dpa

Die letzte Kür: Maximal fünf Spiele wird Svetislav Pesic mit den Bayern noch bestreiten. © Bauhof/IMAGO

München – Diese Tage rund um das BBL-Finale werden bei den Basketballern des FC Bayern ja vor allem als Tage des Abschieds inszeniert. Klar: Trainer-Legende Svetislav Pesic wird seine Weltkarriere beenden. Spätestens am 21. Juni, dem Tag eines möglichen fünften Endspiels, ist der 76-Jährige als Trainer Geschichte. Und spätestens dann rückt die Frage endgültig in den Mittelpunkt: Wer wird den strengen Altmeister beerben?

Aber was heißt schon spätestens dann: Eigentlich wabert die Frage schon seit Monaten um den BMW Park. Seit Pesic am Rande der Präsentation seiner Biographie sein Karriereende ankündigte. In den Mittelpunkt rückte immer wieder ein alter Bekannter: Anton Gavel, der Münchner Double-Kapitän von 2018.

Den Deutsch-Slowaken hatte es nach seinem Abschied von den Bayern ins Trainergeschäft gezogen. Und er entpuppte sich als ziemlich vielversprechend. Führte erst Ulm zum ersten Meistertitel, zuletzt machte er Bamberg zum Pokalsieger – den spektakulären Halbfinalsieg über die Bayerm inklusive, mit dem Bamberg dem Branchenführer das Finalturnier im heimischen SAP Garden vermasselte. Vorhersehbar, dass Gavel auch an die höchste Stelle im Basketball-Land gerüchtelt werden würde.

Seinerzeit traten die Münchner den Meldungen vehement entgegen, vor allem weil von einer Millionensumme die Rede war, die man als Entschädigung in Richtung Bamberg überweisen würde. Doch mittlerweile deutet sich an: Es ist wohl doch was dran an der Personalie. Wie unsere Zeitung aus dem erweiterten Clubumfeld erfuhr, soll die künftige Zusammenarbeit zwischen Gavel und den Bayern längst in trockenen Tüchern sein. Es soll im Hintergrund nur noch um die Modalitäten zwischen den beiden Clubs gehen, wie auch der, für gewöhnlich gut informierte Basketballjournalist Rupert Fabig schreibt. Noch-Coach Svetislav Pesic hat dieser Tage übrigens seinen Segen gegeben. Er traue Gavel seine Nachfolge zu, erklärte er.

Wobei es ein durchaus heikles Umfeld ist, in das der 41-Jährige Traineraufsteiger da hineinkäme. Von allen Übungsleitern, die sich seit der Münchner Rückkehr in die BBL an dem Job versuchten, funktionierten eigentlich nur Pesic und der Italiener Andrea Trinchieri. Für andere Hochkaräter wie Weltmeistertrainer Gordon Herbert, den Spanier Pablo Laso oder auch Ex-Bundestrainer Dirk Bauermann endete das Kapitel Bayern unglücklich.

Präsident Herbert Hainer findet es nicht ungewöhnlich. „Beim FC Bayern musst du auch diesen speziellen Verein verstehen, dich auf ihn einlassen. Wir haben alle eine Meinung, was wir sehen wollen“, sagte er. Und der Chef ging auch ins Detail: „Wir haben auch alle diese Leidenschaft, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für diesen Club erfolgreich sein zu wollen. Wenn wir am Samstag verlieren, kann es sein, dass wir am Sonntagmorgen telefonieren und uns zwei Stunden später treffen. Das muss man bei Bayern mitmachen können.“

Nicht zu vergessen das umfangreiche Programm. Das erste BBL-Finale am Freitag war für die Bayern Saisonspiel Nummer 82. Auch 90 Spiele wären leicht möglich. Das hat Gavel so noch nicht mitgemacht. Zu seinen Spielzeiten in München war die Euroleague noch vergleichsweise überschaubar.RP

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