Mega-WM, XXL-Turnier. Erstmals streiten 48 statt 32 Nationen um die Fifa World Cup Trophy. Angeblich. Es gibt Grund zur Annahme, dass diese Zahl nicht stimmt. Der Beweis hängt in einem Wintergarten im Münchner Osten.
Pünktlich zum Eröffnungsspiel wurde eine Girlande mit den Flaggen aller Teilnehmerländer geliefert. Alte Familientradition: gemeinsam aufhängen, gemeinsam WM schauen. Kaum hängt die Girlande, klingelt das Telefon. Ich verschwinde kurz vor die Tür. Als ich zurückkomme, laufen drinnen schon die Hymnen. Mein Blick wandert nach oben. Ich scanne die Flaggen und zähle durch: 46, 47, 48, 49. Noch mal: 46, 47, 48, 49…
Was ist da los, Fifa? Prüft das keiner nach, wenn Infantino eine Zahl behauptet? Wieso stapelt er tief? Die Antwort hängt neben Spanien und Ecuador. Mexiko? Von wegen! Beim zweiten Hinsehen fliegt der Fake auf. Kein Staatswappen in der Mitte. Das Grün dunkler, das Rot kräftiger. Außerdem knittriger als die Nachbarflaggen. Die Hauptverdächtige steht grinsend in der Küche und rollt Quesadillas. Von wegen „Non mi interessa questo Mondiale!“. Überführt! Die 49. WM-Nation heißt Italien und wurde heimlich – aus der EM-Girlande von 2024 – dazugemogelt. Der Familienrat beschließt einen Kompromiss: Die Flagge darf bleiben. Als Gegenleistung gibt es Pizza für alle beim nächsten WM-Abend.ULI KELLNER