Musiala im Training. © Gambari/dpa
Handschlag zwischen Klopp (re.) und Nagelsmann (li.). © MagentaTV
Houston – Jürgen Klopp und Thomas Müller hauten einander die Sprüche um die Ohren wie zwei rauchende Teenager auf dem Schulhof. „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch. Noch“, rief Klopp ins Mikrofon bei MagentaTV, Müller gab lachend zurück: „Kloppo, wir haben Juni. Du bist schon im September!“
Das war alles einigermaßen amüsant, durchaus, aber mit einigen Minuten Verspätung blieb doch ein merkwürdiges Gefühl: Witzelte da am Tag des Eröffnungsspiels der Schattenmann über die Zukunft des Bundestrainers, bevor die WM überhaupt begonnen hatte? Live on air? Ja, es schien so.
Nagelsmann selbst war bei der Abschluss-PK vor dem Curacao-Spiel wenig angetan, blieb aber souverän. „Sie hatten viel Erfolg in der Fußballwelt. Sie können über alles reden, was sie wollen. So ist das eben.“ Kurz vor Anpfiff gestern fügte der Bundestrainer am ARD-Mikro an: „Am Ende ist es mein Job, die Mannschaft so einzustellen, dass wir ein gutes Spiel machen und auch nach der WM gute Spiele machen.“ Klare Kante.
Nagelsmann dürfte es derweil aber auch nicht gefallen haben, wie das Duo Klopp/Müller beim Basteln seiner Wunschaufstellung Jamal Musiala anzählte. Auch Rudi Völler war nicht angetan. Der DFB-Sportdirektor meinte bei MagentaTV: „Vielleicht haben wir ja auch die Gelegenheit, dass wir uns nochmal zusammensetzen und mal was Grundsätzliches besprechen. Tut ganz gut, glaube ich.“ Müller entgegnete diplomatisch: „Ich setze mich immer gerne mit euch zusammen.“ Doch Klopp konnte es nicht sein lassen und meinte: „Noch!“
Zu Musiala meinte Klopp noch: „Er wird nicht alle Spiele von der ersten bis zur letzten Minute machen können. Aber: Er soll sich entwickeln. Das war nullkommanull als Kritik gedacht. Wen sollen wir kritisieren – wir haben noch keine Sekunde gespielt! Weder den Trainer und schon gar nicht Musiala, den wir alle lieben“, unterstrich der aktuelle Red-Bull-Boss. Und weiter: „Wir alle wollen das Gleiche: Wir wollen Weltmeister werden!“
Nach Schlusspfiff wurde der Ex-BVB-Trainer dann – in Nagelsmanns Anwesenheit – deutlicher und entschuldigte sich. „Das Unwort meines Jahres habe ich bereits gefunden: ‚Noch‘. Ich hätte mir dafür aufs Maul hauen können, aber da war es schon zu spät und ich war im Fernsehen. Ist so flapsig rausgerutscht und hat gar keine Relevanz.“ Kloppo klar: „Was ich festgestellt habe, ist: Ich werde übermorgen 59 und bin immer noch dämlich.“