Frankreich-Experte: Gernot Rohr. © SFSI/Imago
München/New York – Es hätte auch anders laufen können vor einem Dreivierteljahr. Mit einem Bein stand Gernot Rohr als Nationaltrainer schon selbst an der WM-Seitenlinie, aber weil der Traum vom „Wunder von Benin“ am letzten Spieltag der Afrika-Qualifikation platzte, ist der Ex-Bayer nun „nur“ als Fan vor Ort. Die erste Partie in New York, das 1:1 zwischen Brasilien und Marokko, hat er schon verfolgt, an diesem Dienstag (21 Uhr) feuert der 72-Jährige den großen Favoriten zum Start ins Turnier an. Gegen Senegal soll für Frankreich der erste Sieg stehen – wohl wissend, dass andere Nationen, allen voran Deutschland, ihre Duftmarke schon gesetzt haben. „Die ganze Nation will den Titel – aber man schätzt auch Spanien und die deutsche Mannschaft“, sagt Rohr im Gespräch mit unserer Zeitung. „In Frankreich ist die Bronzemedaille das Mindeste, was man erwartet“, betont Rohr. Der dritte Finaleinzug hintereinander ist ein Muss, der nächste Titel nach 2018 und dem verlorenen Finale 2022 das erklärte Ziel. Auch, weil Didier Deschamps nach 14 Jahren im Amt seine letzte WM für Frankreich coacht. Das Material dafür hat er im Kader, die Superstar-Dichte um Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembélé ist hoch; Rohr spricht von „so vielen guten Spielern, so viel Auswahl, dazu die Champions-League-Sieger aus Paris mit so viel Selbstvertrauen“. Aus vielen Stars ein Team formen, ist Deschamps‘ Aufgabe. Und natürlich: seinem Supersturm die nötige Power einhauchen.HANNA RAIF