Gangster-Laura und ihr Matsischatzi

von Redaktion

Hummels & Wontorra: Kinder, wo habt ihr die Ketten her?

Brüh im Glanze dieses Glückes! Einigkeit beim Recht auf Freibier! Die Nation liegt sich besinnungslos in den Armen. Die Aktienkurse steigen, das Wetter wird besser, sogar die Kritik am Kanzler macht Fritzefrei. Alle feiern das epochale 7:1. Okay, es ging gegen „War ja nur Curaçao“. Aber egal, sogar Killer-Klopp, der gerade noch Bundeskloppo werden wollte, schwärmte: „Deutschland hat eine wunderbare Fußballmannschaft“ – noch. Wir haben den Jubel-Check, wir prüfen die Feierkompetenz.

Das schönste Bummsfallera: So viel Freude war lange nicht in deutschen Gernsehapparaten. Magenta-Humorist Thomas Müller pries die „Schnickschnackschnuck-Tore“ der DFB-Loslöser. Klopp wusste als Hobby-Picasso: „Wenn du dir einen Start malen könntest, das wär er gewesen.“ Und er hatte fachmännisch beobachtet: „Undav schießt ein Undav-Tor.“ Ach, wenn der fidele Deniz jetzt auch noch die Sané-Tore schießt, ist alles möglich.

Der coole Kerner: Magenta-Dompteur JB Kerner befand inmitten seiner Spaßtruppe angenehm zurückhaltend mit emotionaler Flatrate: „In hohem Maße erfreulich.“ Das fand auch ARD-Major Tom Bartels: „Jede Minute hier hat Spaß gemacht, inklusive des kleinen Zittermoments.“ Es sind tolle Tage für die WM-Zuschauer – zumindest bis Samstag. Da wird’s ernster, wie die Sportfreunde Stiller wissen: „Seven to One, Elfenbeinküste can come!“

Der Gangsterrapper-Jubel: Laura Wontorra und ihr Matsischatzi Hummels ließen es vor der New Yorker Wolkenkratzer-Kulisse in DFB-Trikots krachen. Bella Laura hatte zwei armdicke Rapper-Goldketten mit WM-Pokal und Deutschland-Fahne besorgt. Thomas Müller vermutete sofort: „Die Kette von Mats ist aus seinem eigenen Fundus.“ Die trägt er auch privat! Wobei Hummels eh der Experten-Geheimtipp ist. Nicht ganz so quatschig wie Kloppmüller, aber mit cleveren Analysen und gutem Humor. Als ihm letztens „elemendar“ statt „elementar“ rausrutschte, grinste Mats: „Sorry, kurzer Lothar-Matthäus-Moment.“ Der Kerl ist so schnell im Kopf, dass es eine große Freude ist. Okay, außer vielleicht beim Heiraten.

Der Jubeldämpfer: Gerade war’s noch so lustig im Ersten. Basti Schweinsteiger ließ sich nicht davon stören, dass ihm Kai Havertz mit seinem 7:1 den 6:1-Tipp zerschossen hat: „7:1, das fühlt sich gut an. Das Ergebnis mag ich grundsätzlich“ – spätestens seit 2014. Die salbungsvolle Predigt des schwer religiös bewegten Felix Nmecha kommentierte er aus dem Off mit einem lakonischen „Amen“. Alles sehr kurzweilig, bis die sparsame ARD zu Thomas Hitzlsperger & Co. in ihr WM-Studio schaltete. Das Kölner Kabuff wirkt so glamourös wie das Wohnzimmer von Elfriede Kawuttke in Gütersloh. Dagegen ist die ZDF-Arena in Berlin das reinste Maracanã. Was geht, ARD? Wir hätten da neue Erklärungen für eure drei Buchstaben: Ausgesprochen reduziertes Design. Abstellkammer reicht denen. Oder auch: alle Rundfunkgebühren durch?

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