KOMMENTAR

Gut, dass es den Fall Schweden gibt

von Redaktion

Der zähe erste WM-Spieltag

Wie sich diese WM ziehen wird, das lässt sich schon am seit Mitte vergangener Woche laufenden ersten Spieltag ermessen. Nach fünf Wettkampftagen werden die 2022er-Finalisten Argentinien und Frankreich noch gar nicht gespielt haben, auch von Österreich, Cristiano Ronaldo, Erling Haalands Geheimtipp-Norwegern und England fehlt jeder Eindruck. Die Sportthemen in den USA waren der Basketball-Triumph der New York Knicks und die Käfigkämpfe zu Donald Trumps Geburtstag. Das 4:1 von „USMNT“ (United States Mens‘ National Team) gegen Paraguay wurde als ganz nett empfunden. Es dürfte dauern, bis dieses Turnier auf Touren kommt.

Die beste Atmosphäre soll bisher bei Haiti – Schottland geherrscht haben, einer Paarung, bei der auf der einen Seite gar niemand einreisen durfte und auf der anderen die Fans auch ohne Ticket in die USA strömten. Ihr Gedanke: Es wird sich schon was ergeben. Bewundernswert, aber die Schotten sind zu schwach, um relevant länger als in der Vorrunde dabei zu sein.

Am überraschendsten war, dass Katar vier Jahre nach der Überforderung bei der eigenen WM so stark geworden ist, dass es die stabile Schweiz zu einem 1:1 zwingt – oder die Schweiz so schwach? Nicht mit einer klaren Niederlage (0:2) gerechnet hat die Türkei, aber Gegner war Australien, das mittlerweile Stammteilnehmer ist, und da lernt man halt was.

Erheiternd ist, dass eines der spektakulärsten Teams jetzt schon Schweden ist. Eine der lausigsten Mannschaften der WM-Quali, da gewann sie kein einziges Spiel. Dennoch darf sie mitspielen, weil ihr ein fast schon vergessenes gutes Abschneiden aus der Nations League zu weiteren WM-Chancen verhalf. Muss sich anfühlen, wie den Führerschein nach dem Idiotentest ausgehändigt zu bekommen. Schweden hat mit seinen Liverpool- und Arsenal-Stars Isak und Gyökeres aber ein Super-Sturmduo und legt mit einem 5:1 gegen Tunesien los. Vorläufiger neuer Favorit.

Artikel 1 von 11