Bundestrainer Nagelsmann erkundet mit Ehefrau Lena die Lag per Fahrrad, Deniz Undav vergnügt sich im Camp in Winston-Salem beim Basketball. © Instagram
Deutlich im Entspannungsmodus: Die DFB-Stars Pavlovic, Musiala und Woltemade (v. lil.).
Winston-Salem – Bundestrainer Julian Nagelsmann radelte mit Ehefrau Lena zum Spielersatztraining – und auch Nico Schlotterbeck, Florian Wirtz und Alexander Nübel konnten den Montag mit ihren besseren Hälften verbringen. Unmittelbar nach dem 7:1-Sieg im WM-Auftaktspiel gegen Curacao ging es für den DFB-Reisetross zurück ins Teamquartier nach Winston-Salem – und die Liebsten waren mit im Gepäck. Statt Teambesprechungen, Videositzungen und Einzelgesprächen gab Nagelsmann dem Team den kompletten Dienstag frei. Erst am Mittwoch startet das DFB-Team mit der Vorbereitung auf das nächste Gruppenspiel am Samstag gegen die Elfenbeinküste (22 Uhr, ZDF und MagentaTV).
Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig kommentierte den internen Wohlfühlmodus im ARD-Interview wie folgt: „Ich denke, das ist ein wesentlicher Punkt, dass wir tatsächlich eine gute Atmosphäre schaffen.“ Es sei auch ein wesentlicher Punkt von Bundestrainer Julian Nagelsmann gewesen, „dass eine Gruppe zusammenwächst, die dann tatsächlich mit dieser guten Atmosphäre auch gute Leistungen bringen kann“. Der Bundestrainer setzt beim XXL-Turnier in Amerika auf Dolce Vita statt Dauerstress.
Dafür wurde die Mannschaft eigens vom Houston Police Department unter der Leitung von Sergeant Adrian Gallardo zum Flughafen gebracht. „Die haben uns wunderbar eskortiert, damit wir auch pünktlich wieder aus Houston wegkamen“, berichtete Rettig. Als Souvenir bekam der DFB-Verantwortliche eine Polizei-Kappe mit und revanchierte sich mit einem Deutschland-Schal.
Die Reisestrapazen sind angesichts der enormen Distanzen zwischen den Spielorten ohnehin schon enorm. Darum: voller Einsatz auf allen Ebenen also für die freien Tage. „Ein großartiger Trainer hat mal gesagt, der Kopf ist das dritte Bein“, zitierte Rettig den verstorbenen Christoph Daum: „Es tut den Spielern gut, dass sie im Kreis ihrer Familie an so einem Tag auch ein bisschen ausspannen können.“
Dass Familienzeit in North Carolina möglich gemacht wird, hatten Nagelsmann und Sportdirektor Rudi Völler bereits weit im Vorfeld entschieden. Schon nach den Partien bei der Heim-Europameisterschaft 2024 durften die Spielerfrauen tags darauf mit ins Teamquartier. Aber leidet vielleicht die Konzentration darunter, wenn unter den Nationalspielern zu viel Wohlfühlatmosphäre herrscht? „.An guter Laune hapert es nicht bei uns – und ich kann da nichts leistungsminderndes erkennen“, stellt Rettig klar.
Leistungssteigernd soll hingegen eine clevere Belastungssteuerung wirken. Nagelsmann nahm gegen Curacao bereits ab der 64. Minute zahlreiche Wechsel vor. Dabei kam ihm die komfortable Führung entgegen. Die Wechselbereitschaft des Bundestrainers hat den Startelf-Spielern Körner gespart. Und der freie Tag soll die Akkus noch weiter aufladen.MANUEL BONKE, VINZENT TSCHIRPKE