Deniz Undav kickte 2012 mit Reporter Mildner (oben) noch beim SC Weyhe bei Bremen. © GumZ
Winston-Salem – Früher kickten sie zusammen, heute sind sie beide bei der WM – allerdings auf verschiedenen Seiten: Bent Mildner (31) und Deniz Undav spielten gemeinsam in der B-Jugend des SC Weyhe, einem kleinen Verein in der Nähe von Bremen. Aus Undav ist bekanntlich ein Nationalspieler geworden. Und aus Mildner? Der ehemalige Innenverteidiger ist inzwischen Reporter für SAT.1 – und begleitet die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in den USA.
„Ich habe Deniz hier schon beim Einkaufen im Lidl in Winston-Salem getroffen, da haben wir über die alten Zeiten gesprochen“, erzählt Mildner im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es ist jetzt natürlich schon etwas her, aber verrückt, wo wir beide gelandet sind.“
Konnte man damals schon erahnen, welchen Weg der heutige Nationalstürmer mal einschlagen würde? „Ehrlich gesagt nicht. Deniz hatte damals sechs, sieben Kilo zu viel auf den Rippen. Und er konnte seinen Körper noch nicht einsetzen wie heute“, berichtet Mildner mit einem Schmunzeln. „Weil Deniz Stürmer war und ich Innenverteidiger, haben wir im Training oft gegeneinander gespielt. Da konnte man ihn immer recht leicht wegdrücken, ganz anders als heute. Niemand aus unserer Mannschaft dachte, dass er mal Profi wird.“ Doch es kam anders: Über den SV Meppen, Union St. Gilloise und Brighton & Hove Albion landete Undav beim VfB Stuttgart und wurde Nationalspieler. Ob er seinen alten Teamkollegen während der Zeit verfolgt habe? „Klar, ich habe extra ein Streaming-Abo abgeschlossen, damit ich ihm in Belgien zuschauen kann. Er war ja schon immer ein witziger und sympathischer Kerl.“
Und was sagt Undav über seine eigene Entwicklung? „Ich glaube, da ist noch sehr viel Deniz Undav von damals. Ich habe gefühlt den gleichen Schaden wie vor 15 Jahren“, erklärte der Stürmer vergangene Woche. „Ich weiß nach wie vor, wo das Tor steht.“V. TSCHIRPKE, M. BONKE