„Magst du auch Panini?“ Die Frage des Sohns kommt passend zur Mittagszeit. „Klar, mit Schinken und Käse“, antworte ich. Er meint die Bilder. Und: Ich könne noch in seine Sammlung einsteigen. „Mit zehn Päckchen bist du im Rennen“, bietet der 28-Jährige an. Genauso teuer wie eins der gleichnamigen Brote beim Discounter, denke ich mit grummelndem Magen und überlege kurz, welchen Nährwert eine solche Investition haben könnte. Der Sohn wohnt in Berlin, gut 500 Kilometer vom Mutterhaus in Hamm entfernt. Das Sammelheft ist aktuell in Köln bei seiner Freundin. „Klar, ergibt Sinn. Mache ich“, sage ich nach Abwägung aller Vor- und Nachteile. „Ich klebe die Bilder einfach auf den Bildschirm.“ Ich biete die Sammlung der Kollegen als Tauschbörse. Manzambi antwortet er entschieden auf die Frage, wen er noch braucht. Und: „Dringend.“ Er ist Fan des SC Freiburg. Nicht der Schweiz. Dass Manzambi beim 1:1 gegen die Fußballmacht Katar 66 Minuten auf der Bank schmort? Egal. Doppelte hat er allerdings nicht. „Haben erst 120 Sticker. Gibt ja keine zu kaufen.“ Hier auch nicht. Dafür gewinne ich einen Goldbarren im Wert von 1300 Euro beim WM-Tippspiel. Der Sieg ist mir fast sicher. Nach dem ersten Spiel führe ich das Feld an und ertappe mich beim Rechnen: Müssten in Panini-Währung ungefähr 860 Päckchen sein. Mit Schinken. Und Käse.GÜNTER THOMAS