Und jetzt: Spannung halten

von Redaktion

Kapitän Kimmich fordert: Hart trainieren – Lob für engagierten Sané

Mit stillem Wasser: Kimmich während der Presserunde. © Gambarini/dpa

Winston-Salem – Joshua Kimmich hatte am Dienstag ein schönes Frühstücksgespräch mit Oliver Baumann. Der Torwart gab zu erkennen, dass es für ihn kein Problem wäre, auch am freien Tag Bälle zu fangen. Kimmich findet auch seinen Münchner Kollegen Aleksandar Pavlovic gut, weil der einfach ein Freak ist: „Den Pavlo kannst du um zwei Uhr nachts wecken, der hat immer Lust auf Fußball“, so der DFB-Kapitän.

Trainieren ist wichtig. Intensiv trainieren. Das ist Kimmichs Credo. „Man muss auf Spannung bleiben, auch während des Turniers“, sagt er. Gut fand er in der Vorbereitung auf das Spiel gegen Curacao, dass es bei den Übungseinheiten auch das klassische Elf gegen Elf gab. Und dass am Montag die, die nicht (ausreichend) belastet worden waren zum Auftakt, ein hartes Spielersatztraining hinter sich bringen mussten.

Nach dem gelungenen Start ist die Stimmung gut. Dass etwa Spanien sich in einem vergleichbaren Groß-Klein-Duell gegen Kap Verde sehr viel schwerer tat, lässt den Wert des deutschen 7:1 steigen. „Sieben Tore“, sagt Kimmich, „sind nicht selbstverständlich.“ Jedoch gilt auch: „Es müssen weniger Gegentore sein.“ Für ihn ist es das erste Mal, dass er mit einem Sieg in eine Weltmeisterschaft startete. Seine bisherigen Erlebnisse waren ein 0:1 gegen Mexiko (2018) und ein 1:2 gegen Japan (2022).

Er steht in der Nationalmannschaft für eine Generation der bislang Gescheiterten. Wenn er sich an Russland vor acht Jahren erinnert: „Wir hatten das Gefühl, eine gute Mischung zu haben. Die Weltmeister von 2014 und dazu die Confed-Cup-Gewinner von 2017, die den Hunger mitbringen. Am Ende hat uns die Mischung nicht geholfen.“ Der Vergleich zum Heute: „Wir haben viele Spieler, die es schätzen, dabei zu sein. Es wird viel über Kindheitserinnerungen an die Nationalmannschaft gesprochen.“ Die stünden für frische Ambition. Kimmich glaubt, dass man jetzt an einem stimmigeren Schnittpunkt der Generationen angelangt sei: „Beim nächsten Turnier in zwei Jahren werden viele, die jetzt zum ersten Mal dabei sind, in der Startelf stehen.“ Er habe „seit Monaten das Gefühl, dass sich was entwickelt“. Der Zähler für Siege am Stück stehe vor der Begegnung mit der Elfenbeinküste am Samstag auf zehn.

Kimmich lobt ausdrücklich allerdings auch einen seiner langjährigen Nationalmannschafts-Gefährten, Debütant 2016 wie er, den wieder in der Kritik stehenden Leroy Sané: „Ich fand ihn engagiert, er hat mich auf unserer Seite nie alleingelassen. Seine Körpersprache war durchweg positiv. Aus Mannschaftssicht hat Leroy ein gutes Spiel geliefert.“ Auch ohne Torerfolg. „Er freut sich für die anderen.“GÜNTER KLEIN

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