„Felix Austria“ möchte eklig sein

von Redaktion

Rangnick und Österreich fiebern Messi entgegen

Erleichtert: Trainer Ralf Rangnick. © Eugene Hoshiko/dpa

Rekordtorschütze Marko Arnautovic (Mi.) erlöste die Österreicher in der Nachspielzeit. © Georg Hochmuth/AFP

Santa Clara – Als Rekordtorschütze Marko Arnautovic den umjubelten Schlusspunkt unter einen Zittersieg setzte, konnte auch Ralf Rangnick endlich durchatmen. In seinem dunklen Anzug mit lila Poloshirt ballte der deutsche Trainer der Österreicher die Fäuste und umarmte seine Stars um David Alaba sichtlich erleichtert. „Das“, sagte Rangnick, „war ein ganz schweres Stück Arbeit und ein wichtiger Schritt.“

Doch das schmeichelhafte 3:1 (1:0) gegen Außenseiter Jordanien und der erste WM-Sieg seit 36 Jahren geriet bei „Felix Austria“ schnell zur Nebensache. Zwar feierten die Fans auf den Tribünen in Santa Clara ausgelassen die erste rot-weiß-rote WM-Party – in den Katakomben der mächtigen Arena richtete sich der Blick aber bereits auf das Mega-Duell mit Superstar Lionel Messi und Weltmeister Argentinien.

Die drei Tore des 38-Jährigen gegen Algerien (3:0) beschäftigten Alaba und Co. im Nachgang mehr als der zähe Turnierstart. „Unglaublich! Dass Messi gleich mit einem Hattrick startet, ist natürlich Wahnsinn“, sagte Alaba beeindruckt.

Man könne ja „kaum glauben, dass der fast 40 Jahre alt ist. Das ist wirklich ein absolutes Phänomen. Da kann man nur staunen“, betonte Rangnick vor dem zweiten Spiel der Gruppe J am Montag (19 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in Dallas.

Messi hin oder her: „Wir wollen es denen so eklig wie möglich machen, und einfach unseren Fußball durchziehen. Ich glaube, die haben auch keinen Spaß, wenn sie gegen uns spielen müssen“, sagte der Münchner Konrad Laimer.

Allerdings muss das hoch gehandelte Österreich gegen den Titelverteidiger gehörig zulegen, um die Überraschung zu schaffen. Gegen Messi müsse das „ein bisschen besser ausschauen“, betonte Romano Schmid, der sehenswert die Führung erzielt hatte (20.). Gegen Jordanien hatte er erst „richtig Spaß“, räumte Rangnick ein, „als es den Elfmeter gegeben hat und als der drin war“. Arnautovic hatte Rangnick und das ÖFB-Team mit seinem 48. Länderspieltreffer im 134. Einsatz spät (90.+12) erlöst. Entsprechend war auch Alaba „sehr, sehr happy. Das ist wirklich ein sehr, sehr besonderer und spezieller Tag.“ Es war immerhin Österreichs erster WM-Auftritt seit 28 Jahren und der erste WM-Erfolg seit dem 2:1 gegen die USA am 19. Juli 1990.

Entsprechend schrieb auch die „Krone“ von einem „perfekten WM-Auftakt“. Dass die ÖFB-Elf nach dem Ausgleich von Ali Olwan (50.) und beim 2:1 durch ein Eigentor von Yazan Al-Arab (76.) reichlich Glück hatte – geschenkt. Jetzt, meinte Rangnick, „freuen wir uns erst mal über den Sieg. Morgen ist Regeneration angesagt, übermorgen gibt es vielleicht sogar noch mal einen Tag frei. Und dann werden wir uns intensiv auf Argentinien vorbereiten.“

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