Gut gelaunt bei der Pressekonferenz: Manuel Neuer. © Federico Gambarini/dpa
Winston-Salem – Damit das klar ist: Das hier, die WM, ist das letzte Turnier von Manuel Neuer. „Ich habe nicht vor, in zwei Jahren wieder eine Europameisterschaft zu bestreiten“, erklärte er vor dem Spiel gegen die Elfenbeinküste am Samstag in Toronto.
Doch soll man ihm das glauben? Schließlich ist er ja schon einmal zurückgetreten, vor zwei Jahren. Ohne Überzeugung, vielleicht, weil er eine allgemeine Erwartung verspürte, dass man mit damals 38 mal das Zepter übergeben solle? Er hatte schließlich einige Tage nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien ins Land ziehen lassen, ehe er sein Das-war‘s-Video in die Welt schickte.
Nein, so war es nach seiner Darstellung nicht. „Wir hatten eine gute Heim-EM, aufzuhören in der Nationalmannschaft hat sich danach richtig angefühlt.“ Und Manuel Neuer mit seinen mittlerweile 40 sieht das auch ein: Wenn er DFB-Torhüter geblieben wäre – „die zwei Jahre wären bei dem, was wir unter Vinnie (Kompany, d. Red.) bei Bayern geleistet haben, eine zu hohe Belastung gewesen“. Sie hat ihm ohnehin zugesetzt: Immer wieder musste Manuel Neuer seine Verletzungspausen nehmen.
Er habe mit Julian Nagelsmann wie „mit anderen ehemaligen Trainern von mir Kontakt gehalten – ohne Hintergedanken“. Es gab dann nicht den einen Moment, in dem ihm in den Sinn kam, wieder für Deutschland spielen zu wollen. „Es hat sich entwickelt“, nachdem er aus der Verletzung gekommen war, die ihn im Februar, März ausgebremst hatte. Er befasste sich mit der Frage, „ob ich fähig bin, noch ein Turnier zu spielen“. Phasen der Angeschlagenheit gehabt zu haben, ist für ihn nicht neu: „Das war auch vor 2014 so.“ Er spielte dann sein bestes Turnier. ,
Wenn andere über Manuel Neuer reden, fällt der Begriff der Aura, die ihn umgibt. Was macht diese Aura aus? „Das müssen Sie sagen“, witzelte er den Reportern bei der DFB-Pressekonferenz entgegen, „ich habe gerade den Raum betreten.“ Im Ernst: „Es hat mit dem Erscheinungsbild zu tun. Dass man den Mitspielern mit Körpersprache das vertrauensvolle Gefühl vermittelt, da ist jemand, auf den sie sich verlassen können. Das könnte gemeint sein.“GÜNTER KLEIN