Siegerfaust: Zverev steht im Viertelfinale. © Jaspersen/AFP
Halle – Alexander Zverev plumpste auf den Po und saß knurrend auf dem glitschigen Rasen, auf der Tribüne hielten Oma Natalia und seine Freundin Sophia Thomalla kurz die Luft an. Doch der kleine Ausrutscher im Tiebreak blieb der einzige Stolperer des French-Open-Siegers in seinem zweiten Rasenmatch der Saison: Mit einer sehr konzentrierten Vorstellung gewann Zverev in Halle das deutsche Duell gegen Yannick Hanfmann 6:3, 7:6 (7:4) und steht zum siebten Mal in Ostwestfalen im Viertelfinale.
„Ich bin sehr zufrieden, es war ein gutes Rasenmatch. Ich hatte nicht viele Chancen, doch die habe ich genutzt“, sagte der Hamburger am Stadionmikrofon und ergänzte offen: „Noch klappt nicht alles. Aber ich spiele ja erst seit ein paar Tagen wieder auf Rasen und gebe mir noch Zeit.“ Anders als bei seinem mühsamen Drei-Satz-Sieg zum Einstieg in die Terra Wortmann Open gegen den Tschechen Vit Kopriva zeigte Zverev über die kompletten 1:21 Stunden eine sehr konzentrierte Leistung. Keine einzige Breakchance ließ der 29-Jährige gegen den fünfeinhalb Jahre älteren Karlsruher zu und war mit seinem Service sehr zufrieden.
„Der wichtigste Schlag auf Gras ist aber der Return, noch wichtiger als der Aufschlag“, sagte Zverev. Und da war er auf seinem „Unlieblingsbelag“ noch nicht auf dem gewünschten Niveau, erarbeitete sich nur zwei Breakchancen, von denen er immerhin eine nutzte. Noch ist aber etwas Zeit, um bis zum Beginn des Wimbledon-Turniers am 29. Juni auch da so richtig in Schwung zu kommen.
Zverev, der 2016 (gegen Florian Mayer) und 2017 (gegen Roger Federer) bereits zweimal das Finale des Turniers in Ostwestfalen verloren hatte, spielt in Halle nun am Freitag gegen den Sieger des Qualifikanten-Duells zwischen dem Belgier Raphael Collignon und dem Italiener Mattia Bellucci um den Einzug unter die letzten vier. Diese kann auch Daniel Altmaier erreichen, der Kempener trifft im Viertelfinale auf den zweimaligen Halle-Finalisten Daniil Medwedew.SID