Das 7:1 gegen Curacao war ein Ausrufezeichen. Es freut mich extrem, dass die Nationalmannschaft so souverän in die WM gestartet ist. Es war uns allen wichtig, dass wir unsere Titel-Ambitionen unterstreichen konnten. Gut gefallen hat mir auch das Miteinander der Spieler. Jeder ordnet sich dem Team unter. Und jeder glaubt an den großen Traum, Weltmeister zu werden.
Wie man bei anderen großen Fußballnationen gesehen hat, sind solche Siege gegen kleinere Gegner nicht selbstverständlich. Mit dem Remis von Spanien gegen Kap Verde hat niemand gerechnet. Momentan bin ich an der Algarve im Urlaub. Hier überträgt jedes Café und jede Bar die Spiele der Portugiesen. Die Euphorie war riesengroß – und dann spielen Cristiano Ronaldo & Co. nur 1:1 gegen Kongo. Das war überraschend, weil ich Portugal viel zutraue.
Neben uns fand ich auch Argentinien und Frankreich stark. Was man auch gesehen hat: Die afrikanischen Teams machen es ebenfalls ganz gut. Sie sind nicht leicht zu bespielen, sie sind körperlich stark und schnell. Es ist nicht so, dass man gegen sie im Vorbeigehen Spiele gewinnt.
Ende Dezember des vergangenen Jahres war ich während meines Urlaubs beim Afrika-Cup in Marokko. Ich war früher ein großer Fan von Didier Drogba. Mein früherer Hoffenheimer Teamkollege Bazoumana „Bazou“ Touré hat mir gesagt, wenn ich Bock habe, soll ich vorbeikommen. Deshalb habe ich auch einen Bezug zur Elfenbeinküste. Ich habe deren Gruppenspiel gegen Kamerun live in Marrakesch gesehen.
Im Stadion war eine Riesenparty. In der Halbzeit lief laute Musik – und wer nicht mitgetanzt hat, wurde auf der Tribüne zum Tanzen aufgefordert. Auch auf dem Rasen ging es rund. Das Spiel wird zwar nicht so gruppentaktisch aufgezogen, jeder spielt für seine Position. Sie sind gut im Eins-gegen-Eins.
Die Elfenbeinküste hat viele gute Spieler. Die haben auch ihre Waffen. Ich denke an Kessié, der beim FC Barcelona war und mittlerweile bei Al-Ahli in Saudi-Arabien spielt, und Fofana vom FC Porto. Auch Inao performt. Vorne haben sie Diomande, Bazou und Diallo – das ist europäische Spitze. Die können absolut marschieren. Gerade im Umschalten geht die Post ab. Die drei vorne laufen alle um die 36 km/h. Da muss die deutsche Konterabsicherung schon gut sein.
Bazou hat sich nach der Auslosung sehr gefreut, auf Deutschland zu treffen. Er und seine Mitspieler haben aber viel Respekt vor uns. Zu Recht. Ich denke, dass Deutschland auf jeden Fall das Spiel gewinnen wird. Ich tippe auf ein 2:0.