„Lass sie reden“: Granit Xhaka. © Frederic J. Brown/AFP
Inglewood – Granit Xhaka hatte Redebedarf. In den Katakomben des Los-Angeles-Stadions hielt der Schweizer Kapitän nach dem 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina und seinem Elfmetertor in der Nachspielzeit bei jedem Reporter an, der ihm ein Mikrofon entgegenstreckte. „Ich muss niemandem mehr etwas beweisen. Aber nach 148 Spielen für diese Farben, für das Land, da kann man vielleicht auch mal stolz sein, so einen Spieler in den Reihen zu haben“, grantelte der 33-Jährige.
Seinen Treffer zum Schlusspunkt des hart erarbeiteten Sieges, bei dem die Schweiz erst in der 74. Minute durch Johan Manzambi das 1:0 erzielt hatte, feierte Xhaka bereits mit eindeutigen Gesten. Der Ex-Profi von Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach streckte die rechte Hand aus und machte sie immer wieder auf und zu – ein Zeichen an seine Kritiker nach dem zuvor enttäuschenden 1:1 gegen Katar.
„Vielleicht brauche ich das auch ein bisschen, diese Provokationen, diese Meinungen von außen“, sagte Xhaka. „Für mich zählt, dass die Mannschaft hinter mir steht, der Trainer hinter mir steht, und dieses Gefühl hatte ich vom ersten Tag an bis heute.“ Xhaka hatte zuvor öffentlich deutlich Kritik geäußert. Das kam wohl nicht bei jedem gut an. Xhaka wurde „toxisches Verhalten“ innerhalb der Mannschaft vorgeworfen, öffentlich dazu geäußert hatte sich bis zum zweiten WM-Duell kein Kollege. „Wir besprechen solche Sachen intern“, sagte der ehemalige Dortmunder Manuel Akanji.