Zickzack-Kurs zum Erfolg

von Redaktion

Taktik-Experte erklärt, wie Deutschland die Elfenbeinküste schlägt

Erfolgsrezept: Vom Zentrum nach außen und wieder nach innen. © IFI

Toronto – Erster Härtetest für die deutsche Nationalmannschaft. Nach dem 7:1 zum Auftakt gegen Fußball-Zwerg Curacao wartet auf das Team von Trainer Julian Nagelsmann am Samstag (22 Uhr) die Elfenbeinküste. Mit einem Sieg kann die DFB-Auswahl schon ihr Achtelfinal-Ticket buchen. Wie der gelingen soll, erklärt Sebastian Friedl, Leiter Spiel- und Taktikanalyse am Internationalen Fußball-Institut (IFI).

„Es klingt zwar nach einer Floskel, aber tatsächlich müssen die Spieler von Julian Nagelsmann in erster Linie die Zweikämpfe gegen die physisch robusten Ivorer annehmen. Gelingt ihnen das, kommen sie zu mehr Ballbesitz, Kontrolle und Spielanteilen“, meint der Fachmann.

Daraus könnten insbesondere Florian Wirtz, Jamal Musiala oder Felix Nmecha in den offensiven Halbräumen mit ihrer Technik für die entscheidenden Situationen sorgen, die dann zum Torschuss oder finalen Pass führen. „Einzusetzen sind diese Spieler beispielsweise über den Spielaufbaumechanismus ‚innen – außen – innen‘, bei dem vom Zentrum nach außen und wieder ins Zentrum gespielt wird“, sagt Friedl über die Zickzack-Taktik. „So wird der Abwehrblock der Elfenbeinküste bewegt und es entstehen Lücken und Zwischenräume zwischen den Linien, die auch Linksverteidiger Nathaniel Brown mit seinen spielerischen Qualitäten zu nutzen weiß.“

Die Elfenbeinküste ist aber auf keinen Fall zu unterschätzen. Das 1:0 zum Start gegen Ecuador war der vierte Sieg in Serie, am 4. Juni wurde etwa Vize-Weltmeister Frankreich mit 2:1 geschlagen.

„Die Spielphilosophie von Trainer Emerse Faé basiert meist auf einer Viererkette und auf einer strukturierten, taktisch disziplinierten Ordnung. Je nach Spielverlauf bildet sich diese dynamisch in ein 4-4-2, 4-2-3-1 oder 4-1-4-1 aus, wobei die Ivorer nach Balleroberung auf schnelle Konterangriffe über die Flügel setzen“, so Friedl. „Im Spiel mit dem Ball agieren sie zumeist in eingespielten Abläufen und Positionswechseln, behalten aber auch hierbei eine geordnete Struktur bei.“

Der Topstar der Elefanten ist Yan Diomande von RB Leipzig. Mit Franck Kessié von Saudi-Club Al-Ahli und Seko Fofana vom FC Porto schicken sie ein kampfstarkes defensives Mittelfeld ins Match. Auch die Abwehr gilt als stabil. Trotzdem betont Friedl: „Das deutsche Team ist in allen Mannschaftsteilen stärker.“P. KESSLER

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