Mittelfeld-Chef Nmecha

von Redaktion

Sechser geht als Leistungsträger voran – Pavlovic muss sich steigern

Pavlovic zeigte eine schwache Leistung. © Cianflone/AFP

Nmecha (re.) glänzte mit einer Vorlage zum Siegtor. © Hassenstein/AFP

Toronto – Natürlich drehte sich am Ende alles um Deniz Undav. Der Doppeltorschütze stand nach dem späten 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste im Fokus, die Fans sangen seinen Namen, in den Interviews nach Abpfiff ging es fast nur um ihn.

Ein etwas stillerer Held ging dabei etwas unter: Felix Nmecha. Der 25-Jährige bereitete den späten Siegtreffer schließlich mit einem überragenden Pass vor, bei dem er mehrere Gegenspieler überspielte und Undav perfekt in Szene setzte. Doch es war nicht nur dieser Assist: Nmecha gewann Bälle in der Defensive, verteilte sie klug, suchte immer wieder den Abschluss.

Damit avanciert der BVB-Star nach seiner starken Leistung im WM-Auftakt gegen Curacao (ein Tor) endgültig zum Mittelfeldchef – und stellte Nebenmann Aleksandar Pavlovic in den Schatten. Der Bayernstar zeigte dagegen eine enttäuschende Leistung, ließ sich mehrfach zu leicht überspielen und wirkte mit der Körperlichkeit der Partie teilweise überfordert. Sollte der Bundestrainer also womöglich über eine Neubesetzung in der Zentrale nachdenken? Nein – denn Pavlovic ist es gewohnt, auch nach schwierigen Spielen zurückzukommen und unter höchstem Druck zu performen. „Mich schüchtert es nicht ein, ich liebe es sogar, in einem vollen Stadion allen zu zeigen, was ich draufhabe“, erklärte der Mittelfeldspieler in einem Interview mit der „Welt“. „Ich habe einfach diese Gabe, vor nichts und niemandem Angst zu haben. Ich bin stolz darauf.“

Wie sieht der Mittelfeldstar seine Aufgabe auf der Doppelsechs? „Ich will möglichst jeden Ball haben. Ich mag es, wenn das Spiel über mich läuft. Ich will es lenken“, sagte Pavlovic. „Ich will Situationen gestalten – und die Restverteidigung organisieren. Das ist mein Ding. Ich trage die Verantwortung sehr gern.“

Dabei betonte er auch, wie gut ihm Nebenmann Nmecha tut: „Wir kontrollieren das Spiel, wenn wir den Ball haben – und bestimmen, wie es weitergeht. Entweder mache ich das Spiel schnell oder beruhige es, wenn es hektisch wird“, erklärte der Sechser über das Zusammenspiel. „Das geht mit kleinen Pässen. Und wenn ich den Ball gewinne und ihn direkt in die Tiefe spiele, können wir einen guten Konter einleiten.“ Gegen die Elfenbeinküste stahl ihm Nmecha die Show. Am Donnerstag gegen Ecuador (22 Uhr, ARD) will sich dann Pavlovic wieder zeigen.V. TSCHIRPKE, M. BONKE

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