DAS WM-TAGEBUCH

Niagara – wäre das auch erledigt

von Redaktion

Von Günter Klein

Wenn man arbeitend unterwegs ist, muss man touristische Sehenswürdigkeiten oft links liegen lassen. Wenn ich an die Olympischen Spiele 2004 in Athen denke – am 17. von 20 Aufenthaltstagen sah ich erstmals die Akropolis. Aus dem Bus.

Nun führte der Weg von Toronto nach New York über die Zwischenstation Niagara Falls. Der Ort heißt wie seine Sehenswürdigkeit: die berühmten Wasserfälle. Wir kamen spät, blieben über Nacht, fuhren früh weiter. Kurz erblickte ich eine weiße Gischt durchs Busfenster. Doch gilt die Attraktion damit als besucht?

Daher: Am Gleichwiederabreisetag früher als früh aufgestanden, hingejoggt. Und angeschaut. Man hat im Kopf ja schon ein Bild von dieser Location. Vor allem aus vielen Filmen. Wie ein Floß dahintreibt, auf den Abgrund zu. Und dann noch die Rettung kommt. Es gibt auch einen Film mit Marilyn Monroe, der „Niagara“ heißt. „Vor der grandiosen Kulisse der Niagarafälle wird ihre erotische Ausstrahlung eindrucksvoll in Szene gesetzt“, ist bei Wikipedia zu lesen.

Tja, und dann steht man vor den originalen Niagarafällen. Kurzbeschreibung: Wasser fällt nach unten, einmal links, einmal rechts. Es staubt gewaltig. Nach ein paar Minuten weiß man Bescheid.

Natürlich kann man mehr machen als nur gucken. Boot fahren etwa. Unter dem einen Wasserfall gibt es einen Aufzug. Okay, aber der Wasserfall in Bad Gastein ist nicht weniger schön.

Verdacht: Vielleicht kommen so viele Menschen – und es waren zahlreiche WM-Trikotträger unterwegs – nach Niagara Falls doch wegen des Casinos und weil es Duty-Free-Zone ist.

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