Helio Varela lässt die Muskeln spielen. © Chandan Khanna/AFP
Miami – Helio Varela rannte nach seinem Schuss ins Glück los – und alle liefen hinterher. Der neue Volksheld aus Kap Verde verschwand in einer Jubeltraube, dann trugen sie ihn auf Händen. Denn dank Varela geht das WM-Märchen des Außenseiters in die Verlängerung.
„Davon habe ich immer geträumt, aber ich hätte nie gedacht, dass es auf diese Weise passieren würde“, sagte Varela, der nur drei Minuten nach seiner Einwechslung zum 2:2 (1:2) gegen Uruguay traf und die kleine afrikanische Inselgruppe im Atlantik in Ekstase versetzte: „Es ist einfach unglaublich. Mir fehlen die Worte.“ Dabei war Varela (24) noch vor gut drei Jahren der Fußball-Staatsfeind Nummer eins, als er die Nominierung für den Afrika-Cup dankend ablehnte. Viele Anhänger reagierten tief enttäuscht. Nun ist alles vergessen.
Kap Verde, die Nummer 63 der Weltrangliste, hat in Gruppe H jetzt gegen Spanien gespielt, gegen Uruguay gespielt – und dennoch sind die Außenseiter noch ungeschlagen. Dem Land mit nur rund 525.000 Einwohnern winkt beim WM-Debüt plötzlich die K.-o.-Runde. Selbst der Gruppensieg ist noch drin.
„Im Moment denken wir nur daran, uns für die nächste Runde zu qualifizieren“, sagte Trainer Pedro Leitao Brito mit Blick auf das letzte Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien in der Nacht zu Samstag (2 Uhr, ARD und MagentaTV): „Egal, wie klein du auch bist, wenn du den Willen hast, für das zu kämpfen, was du haben willst, dann erreichst du es auch meistens.“