WM DAHEIM

Wade der Nation

von Redaktion

„Habt Ihr diese Waden gesehen?“, entfährt es mir. Ich bin mit den hochtalentierten Kollegen meines Fußballteams zu Beginn der Mannschaftsfahrt auf dem Düsseldorfer Flughafen. Der Mann vor uns am Abfertigungsschalter Richtung Thessaloniki ist Fußballer. Da lege ich mich fest. Je weiter der Blick an seinem Körper nach oben wandert, desto entschlossener werde ich. „Bundesliga. Mindestens.“ „Sicher“, sagt ein Kollege gelangweilt, der in Sachen Rasensport kein Experte, weil Torwart ist. „Nationalspieler“, kommt der nächste Schub der Erkenntnis beim Blick auf den Mann, der sich gerade mit Frau, zwei Kindern und ebenso vielen Koffern in die Schlange einreiht. Die Mitspieler schütteln den Kopf, als ein weiterer Kollege vom WC zurückkehrt. „Habt Ihr Robin Gosens gesehen?“, fragt der beiläufig. Kurz danach winkt die Flugbegleiterin den Profi aus der Schlange: Familien mit Kinderwagen haben Vorrang, was dem Mann mit den ausgeprägten Waden unangenehm ist, als er sich entschuldigend an uns vorbeischiebt. Nach der Landung verliert sich die Spur. Jetzt gab es dann das Wiedersehen. Ich vor dem Fernseher. Er drin. Als Experte. Bei der ARD. Habe ihn an den Waden erkannt.GÜNTER THOMAS

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