Bayern-Boss Sarmiento kontert Vorwürfe im Fall Gavel

von Redaktion

„Wir sehen uns“: Bayern-Baskets-Wunschtrainer und Noch-Bamberger Anton Gavel beim Handschlag mit seinem wohl zukünftigen Profi in München – Justus Hollatz. © IMAGO

München – Beim letzten Pflichttermin war der alte Trainer schon nicht mehr an Bord. Svetislav Pesic ließ das Fanfest der Basketballer des FC Bayern bei brütender Hitze auf Anraten der Clubärzte aus. Sein designierter Erbe spielte – noch – nur am Rande eine Rolle. Das war vermutlich auch besser so, der von Bambergs schwer angefressenen Ex-Mäzen Michael Stoschek ausgelöste Wirbel um Wunschkandidat Anton Gavel hatte schon genug Spuren hinterlassen. Findet auch Bayern-Geschäftsführer Adrian Sarmiento: „Wir wollen nicht zusätzlich Öl ins Feuer gießen.“

Der 39-Jährige spielt den Ball zunächst einmal zu Gavel selbst und den Bambergern zurück. „Bamberg und Anton müssen zunächst ihre Situation klären“, sagte er. Der Deutsch-Slowake hatte seinen noch bis 2027 laufenden Vertrag mit den Franken mit Verweis auf einen Formfehler gekündigt. Stoschek hatte die Verantwortung dafür in einem Interview den Bayern zugeschoben. Sarmiento widerspricht da vehement. „Die Darstellung, wir würden irgendwelche vertraglichen Spitzfindigkeiten ausfindig machen, das ist ehrlicherweise totaler Quatsch“, betonte er. „Wir als Bayern München wollen eine saubere und ordentliche Lösung.“

Man ahnt: Die wird nicht lange auf sich warten lassen. Sarmiento selbst bot sich für klärende Gespräche an. In gut einer Woche bekommt er kompetente Schützenhilfe. Denn zum 1. Juli tritt Gavel-Kumpel Thorsten Leibenath seinen Job als Sport-Geschäftsführer bei den Bayern an. Auf der Gegenseite hatte Bamberg-Boss Philipp Höhne zuletzt schon die Tür für eine einvernehmliche Lösung geöffnet. Auch weil er um Gavels Denkmal beim fränkischen Traditionsclub fürchtete. Immerhin half der 41-Jährige ja schon als Spieler kräftig daran mit, sieben Titel nach Freak City zu bugsieren. In der abgelaufenen Saison führte er die, finanziell stark abgespeckten Bamberger zum Pokalsieg.

„Anton ist ein Euroleague-Fan, uns ist völlig klar, dass es ihn in die Euroleague zieht“, betonte Höhne. Und diesen Ambitionen werde man nicht im Wege stehen. Alleine: „Wir wollen eine faire Lösung.“

Mit anderen Worten: Man möchte eine finanzielle Entschädigung. In diese Richtung hatte sich Höhne schon vor einigen Wochen geäußert, als er Gavel ein Preisschild „in siebenstelliger Höhe“ aufklebte. Diese Summe wird er kaum bekommen. Und trotzdem ist es leicht zu erraten, dass man sich in Bälde schon irgendwie einigen wird. Aus dem Hintergrund ist zu vernehmen, dass die Bamberger einen Gavel-Erben bereits unter Vertrag genommen haben. Der Spanier Jesus Ramirez soll den Pokalsieger durch Bundesliga und Champions League führen.

Während Gavel wohl schon bald in BMW Park und SAP Garden in noch ungleich größeren Dimensionen denken wird. Denken muss – denn ein weiteres titelloses Jahr wird der Traineraufsteiger mit seinem Bald-Wieder-Club kaum abliefern dürfen.PATRICK REICHELT

Artikel 1 von 11