Auf unser 2:1 gegen die Elfenbeinküste blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich freue mich für meinen künftigen VfB-Teamkollegen Deniz Undav. Sein später Doppelpack nach seiner Einwechslung zeigt: Auf ihn ist Verlass. Es macht definitiv etwas mit dem Gegner, wenn der weiß, dass Deutschland einen wie Undav noch von der Bank bringen kann.
Ich leide mit meinem Kumpel Nico Schlotterbeck. Im Spiel sah die Verletzung nicht so wild aus. Er hat auch auf die Zähne gebissen und die Halbzeit fertiggespielt. Deshalb hatte ich die Hoffnung, dass die Auswechslung nur eine Vorsichtsmaßnahme war. Die Diagnose Bänderriss im Sprunggelenk und das damit verbundene WM-Aus ist ein Schlag ins Gesicht. Ich war erst einmal fassungslos, als ich das mitbekommen hatte. Das tut mir auch persönlich sehr weh, weil er ein Freund von mir ist und er nicht nur ein überragender Fußballer, sondern auch Charakter ist. Ich war guter Dinge, dass er einer der deutschen Gesichter der WM werden kann.
Ich habe ihm direkt geschrieben, er solle den Kopf nicht hängen lassen. Ich bin sicher, er kommt stärker wieder zurück. Wir kennen uns schon lange. Wir kommen beide aus dem Stuttgarter Raum – und hier ist die Familie Schlotterbeck bekannt. Später haben wir eine Saison lang bei Union Berlin zusammengespielt. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Manchmal verlaufen sich Freundschaften im Fußball. Mit Nico und seinem Bruder Keven ist es aber etwas Beständiges. Auch mit Oliver Baumann bin ich während der WM im Austausch. Er meinte, die beiden Siege zum Auftakt waren wichtig. Die Reiserei zwischen den Partien ist aber auch anstrengend. Die DFB-Auswahl wird aber ehrlicherweise auch kutschiert wie der Staatspräsident, Straßen werden abgesperrt, damit die Mannschaften pünktlich ankommen. Ein solches Turnier ist für die Spieler eine Riesen-Erfahrung, hat er erzählt. Das Team stehe dabei ganz klar im Vordergrund.
Klar ist: Siege wie gegen die Elfenbeinküste schweißen zusammen. Man sieht, wie sich auch die Jungs von der Bank mitfreuen. Alle stecken bislang viel positive Energie rein.
Ich freue mich schon auf das letzte Gruppenspiel. Am Donnerstag steht zwar der Einzug in unser neues Zuhause in Stuttgart an. Das wird sicher anstrengend, gerade bei diesen heißen Temperaturen. Die Partie werde ich mir am Abend aber sicher nicht entgehen lassen.
Ecuador hat eine gute Mannschaft. Ich denke an die Abwehrkette um Champions-League-Sieger Pacho und Caicedo davor im Mittelfeld. Vorne fehlt aber ein Topstürmer. Ich glaube, dass wir das Spiel wieder gewinnen.