KOMMENTAR

Klose bleibt der WM-Goat

von Redaktion

Glückwunsch, Lionel Messi, aber:

Die Welt singt ihren Lobpreis auf Lionel Messi. Zu Recht natürlich. Fantastische Performance nicht nur unter dem Gesichtspunkt des hohen Alters, an seinen guten Tagen ist er immer noch der Goldstandard des Fußballs. Der Anlass für weiterführende Hymnen ist, dass er nun auch noch bei seiner Rekord-WM (geteilt mit Cristiano Ronaldo) den Torrekord (18 Treffer) an sich gerissen hat. Vergleiche über Generationen hinweg sind immer schwierig: Aber man kann Messi guten Gewissens schon den „Goat“ nennen, den Greatest of all Times.

Jetzt aber die womöglich unpopuläre Entgegnung: Der WM-Hero schlechthin, das bleibt Miroslav Klose. Warum? Messi ist groß in allem, was er getan hat (das Kapitel Paris Saint-Germain mal ausgenommen). Neben den Taten im Dienste Argentiniens steht sein Werk mit dem FC Barcelona, auch wie er in Miami den nordamerikanischen Markt belebt, ist eine starke Geschichte.

Miroslav Klose jedoch war nie der Superstürmer, den alle Ligen jagten. Er spielte für Kaiserslautern, Bremen und Bayern – wo er allerdings, so ehrlich muss man sein, keine bedingungslose Stammkraft war. Ihm wurde Ivica Olic vorgezogen. Oder Mario Gomez. Und die folgende Auslandsstation: Lazio Rom – als der große Fußball sich längst nicht mehr in Italien abspielte. Miro Kloses Verein war die deutsche Nationalmannschaft. Seine Bühne: die WM. Die EM-Turniere bestritt er glanzloser. Er ist der einzige Fußballer, der vier tadellose Weltmeisterschaften bestritten hat und dabei verschiedene Rollen einnahm: 2002 das Kopfballmonster, das Salto schlug, 2006 der gereifte Knipser, 2010 Anführer einer jungen Truppe, 2014 der uneigennützige Arbeiter und Joker. Mit der Mannschaft erreichte er: Zweiter, Dritter, Dritter, Weltmeister.

Messi ist ein Weltfußballer, mit 18 war seine Karriere absehbar. Klose spielte mit 18 bei Blaubach-Diedelkopf in der Pfalz und wurde Weltmeisterschaftsfußballer. Seine Geschichte ist die bessere.

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