Alte Bekannte: Müller (v. li.), Messi, Klopp. © Magentatv
WM-Tore 17 und 18: Lionel Messi setzte sich gegen Österreich die Krone auf. © Paul Ellis/AFP
Dallas – Lionel Messi begegnete dem schier endlosen Ansturm der Gratulanten mit Geduld und einem gelösten Lächeln. Die TV-Experten Jürgen Klopp und Thomas Müller fielen dem Ausnahmespieler am Spielfeldrand in Dallas in die Arme, aus dem fernen Deutschland verneigte sich der entthronte WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose vor seinem würdigen Nachfolger. Ralf Rangnick und seine abgekämpften Österreicher empfanden nichts als Hochachtung und Respekt.
„Es war uns vorher schon klar, dass Lionel Messi der beste Spieler ist, den es jemals gegeben hat“, sagte der Teamchef, nachdem Messi die ÖFB-Auswahl mit einem Doppelpack beim 0:2 (0:1) gegen Weltmeister Argentinien fast im Alleingang besiegt hatte: „Das hat er heute wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“
Einmal mehr hat Messi Grenzen verschoben. Auf den Tag genau 40 Jahre nach Diego Maradonas Tor mit der „Hand Gottes“ bei der WM 1986 verewigte sich der achtmalige Weltfußballer selbst in den Geschichtsbüchern. Schon wieder. Seine Treffer gegen Österreich waren die WM-Tore 17 und 18.
Messi stieg damit zum alleinigen Rekordtorschützen der Fußball-WM auf. Kloses zwölf Jahre alte Bestmarke hatte er durch seinen Dreierpack zum Auftakt gegen Algerien (3:0) egalisiert. „Lionel Messi ist für mich der beste Fußballer aller Zeiten“, sagte Klose der „Süddeutschen Zeitung“: „Glückwunsch, Champion!“
Messi, der am Mittwoch in seiner Wohlfühloase Nationalmannschaft seinen 39. Geburtstag feiert, hat nichts verlernt. Sein Bewegungsradius und sein Tempo mögen geringer sein, doch seine Technik und sein Torriecher sind noch immer außergewöhnlich. Messi ist noch immer Messi.
In seiner Heimat ist er mehr als das. Zum „König der Welt!“ kürte ihn die Tageszeitung „La Nacion“: „Sein Talent kennt kein Verfallsdatum.“ Huldigungen erreichten Messi nicht nur aus Südamerika. „Messi verschiebt die Grenzen“, schieb „Le Figaro“ in Frankreich. Die „AS“ in Spanien sah in Messi die „Legende unter Legenden“. Die „Times“ in England befand treffend: „Lionel Messi zerreißt die Rekordbücher.“
Kein Spieler hat mehr WM-Einsätze (28) als Messi, keiner mehr Siege (18) gefeiert. „Ich genieße einfach den Moment und freue mich, wieder mit meinen Teamkollegen zusammen zu sein“, sagte Messi. Die Albiceleste hat den Einzug in die K.o.-Runde als Gruppenerster sicher. Erst am Sonntag (4 Uhr, MagentaTV) ist Messi wieder gefordert. Dann steht erneut in Dallas das letzte Gruppenspiel gegen Jordanien an. Ob Messi, der gegen Österreich durchspielte, eine Pause erhält, bleibt abzuwarten.
Es gibt ja noch Trophäen, die Messi nicht gewonnen hat. Für den Goldenen Schuh für den besten Torschützen der WM reichten 2022 in Katar auch sieben Tore nicht. Frankreichs Kylian Mbappé kam damals auf acht Treffer. Auch mit seinen jetzt 16 WM-Toren sitzt Mbappé Messi im Nacken. Das Wettschießen läuft.