Saibari kann sein Glück nicht fassen. © Setterfield/AFP
Atlanta – Die Ärzte hatten keine guten Nachrichten. Womöglich könne der Junge nie normal laufen, sagten sie den Eltern von Ismael Saibari. Die Füße des Einjährigen zeigten extrem nach innen, ein gutes Jahr lang musste er orthopädische Schienen tragen. „Dadurch wurden die Füße gerade“, berichtet der 25-Jährige.
Heute ist Saibari eine der WM-Entdeckungen, traf gegen Brasilien und Schottland. In der kommenden Saison trägt der Marokkaner wohl das Trikot des FC Bayern. Den Medizincheck hat er angeblich schon erledigt. Die Bayern sollen 55 Millionen Euro an die PSV Eindhoven zahlen.
Mit sechs Jahren zog Saibari mit seinen Eltern von seinem Geburtsland Spanien nach Belgien. Beim RSC Anderlecht flog er eines Tages raus. „Sie sagten mir, ich sei zu fett. Ich glaube, ich war 14. Das hat wehgetan“, erinnert sich Saibari. Zuspruch gab es von den Eltern. Saibari entschied sich, noch härter zu arbeiten. Profi wurde er in Eindhoven. Fehlerfrei ist er nicht. Im vergangenen Jahr verpasste er das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Arsenal. Saibari war suspendiert worden, er war wiederholt zu spät zu Besprechungen erschienen. Eine Saison später wurde er zum besten Spieler der Liga gewählt.
Dass er für das Heimatland seiner Eltern auch mal jegliche Fairness über Bord wirft, zeigte er im Finale des Afrika-Cups im Januar. In dem ohnehin hitzigen Spiel versuchte Saibari, dem senegalesischen Torhüter das Handtuch zu klauen.