„Wir waren beide Underdogs“

von Redaktion

Box-Star Kabayel spricht über Aufstieg seines DFB-Kumpels Undav

DFB-Underdog: Deniz Undav – links mit Kumpel Agit Kabayel – posiert mit zwei afghanischen Windhunden. © Klarna

Deutscher Superjoker: Undav (re.) traf schon dreimal bei der WM. Sein Windhund-Posing ist von Snoop Dog inspiriert. © Hassenstein/AFP

Winston-Salem – Diese Fotos sind ein Hingucker. DFB-Stürmer Deniz Undav wirbt künftig für den schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna. Mit zwei afghanischen Windhunden an der Leine, die Rap-Superstar Snoop Dogg vor fünf Jahren eingeführt hatte.

Erzählerisch knüpft die Kampagne an seine Karriere an: vom Underdog zum Sporthelden. Einen ähnlichen Werdegang hat Undavs Kumpel Agit Kabayel hinter sich.

„Wir haben die gleichen Wurzeln. Es gibt nicht so viele Kurden im Spitzensport, die auch die deutsche Fahne hochhalten. Das verbindet natürlich“, sagt der Box-Star im Gespräch mit unserer Zeitung. „Ich habe nie eine Sportförderung bekommen, Deniz wurde vom Internat gekickt. Bei uns beiden wurde gesagt, wir werden es nie nach ganz oben schaffen. Wir waren beide Underdogs und mischen nun in der Weltspitze mit.“

Als D-Jugendlicher wechselte Undav zu Werder Bremen. Dort setzte er sich nicht durch. Die Verantwortlichen sortierten ihn nach nur zwei Jahren aus. Die knallharte Begründung: Undav sei zu klein und zu dick. Über Regionalligist TSV Havelse, eine zweijährige Ausbildung zum Maschinenführer, Zeiten bei Braunschweig II und Drittligist SV Meppen wechselte Undav 2020 mit bereits 23 Jahren nach Belgien zu Union Saint-Gilloise. Dort gelang ihm der Durchbruch. Nach nur eineinhalb Spielzeiten folgte der Wechsel in die englische Premier League zu Brighton & Hove Albion. Seit Sommer 2023 stürmt Undav für Stuttgart. Nun glänzt er bei der WM als Superjoker.

„Deniz ist ein super Typ. Er ist immer für Treffer gut, er hat einfach einen Torriecher. Wir haben vorne viele, die Räume schaffen können. Umso wichtiger ist es, auch einen zu haben, der diese Räume findet und nutzen kann“, findet Kabayel.

Der Boxer ist drauf und dran, der erste deutsche Schwergewichtsweltmeister seit Max Schmeling zu werden. Ihm winkt ein Titelkampf gegen WBC-Champion Oleksandr Usyk. Undav entfacht derweil WM-Euphorie. Der 29-Jährige steuerte nicht nur zum Auftakt gegen Curacao (7:1) einen Treffer und zwei Assists bei. Der Angreifer des VfB Stuttgart sorgte mit seinem Last-Minute-Doppelpack gegen die Elfenbeinküste (2:1) für den zweiten Sieg in Serie.

Stellt sich die Frage: Lässt Bundestrainer Julian Nagelsmann Undav am Donnerstag (22 Uhr, ARD und Magenta TV) gegen Ecuador von der Leine? „Natürlich hoffe ich, dass er auch mal von Anfang an spielt“, betont Kabayel. „Aber Hauptsache, er trifft so weiter und Deutschland wird Weltmeister.“PHILIPP KESSLER

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