Im Zeichen der Hornisse: Christian Anderson © Iwamura
Freund der Familie Steinbach: Dirk Nowitzki. © Gora/dpa
Zwischen Anspannung und Vorfreude: Steinbach ist der dritte Würzburger nach Dirk Nowitzki und Maxi Kleber in der NBA. © Hunger/dpa
New York – Als sich für Hannes Steinbach sein Traum von der NBA erfüllte, erhielt das deutsche Basketball-Toptalent eine ganz besondere Videobotschaft. „Glückwunsch, mein Lieber. Ein weiterer Junge aus Würzburg“, sagte Dirk Nowitzki in einem Einspieler im US-Fernsehen an den 20-Jährigen gerichtet. „Ich kenne dich, seit du geboren bist. Ich bin super stolz, wie du alles gemeistert hast. Genieß diesen Moment.“
Steinbach wurde beim Draft der besten Basketball-Liga der Welt bereits an Position 14 von den Charlotte Hornets ausgewählt, die wenig später auch noch Christian Anderson als zweiten Deutschen verpflichteten. „Das ist sehr, sehr cool, dass wir vom gleichen Team gedraftet wurden, nachdem wir schon in allen Jugendteams zusammengespielt haben“, schwärmte Steinbach.
Im Moment, als sein Name von NBA-Commissioner Adam Silver ausgerufen wurde, fiel der 20-Jährige erst seiner Mutter um den Hals und herzte danach auch seinen Vater Burkhard. Dieser hatte früher gemeinsam mit Nowitzki in der Bundesliga für Würzburg gespielt – und auch privat kennen sich die beiden Familien bestens.
Der 48 Jahre alte Nowitzki konnte sich auch einen kleinen, augenzwinkernden Seitenhieb in Richtung von Steinbach senior, der als „Koloss von Moos“ bekannt war, nicht verkneifen. „Ich bin froh, dass du nicht die Athletik und die Hände deines Vaters bekommen hast“, scherzte der NBA-Meister von 2011.
Hannes Steinbach war erst wenige Minuten von der Bühne im New Yorker Barclays Center verschwunden, der Arena der Brooklyn Nets, als die Hornets sich an Position 18 für Anderson als zweites deutsches Talent entschieden. Auch die beiden verbindet eine gemeinsame Vergangenheit – zusammen gewannen sie unter anderem EM-Gold mit der deutschen U18.
„Wir haben Geschichte geschrieben mit den Jugendteams“, sagte der in den USA geborene Deutsch-Amerikaner Anderson. Er schwärmte voller Vorfreude von der kommenden gemeinsamen Zeit in Charlotte: „Wir hatten schon immer diese Chemie auf dem Platz und auch abseits davon Spaß zusammen. Wir werden ein sehr gutes Duo sein.“
Steinbach spielt wie früher Nowitzki auf der Position des Power Forward, der ebenfalls 20-jährige Anderson ist als Point Guard für das Aufbauspiel verantwortlich. Beide haben nun einen garantierten Vertrag in der NBA sicher.
Mit ihnen steigt die Zahl der deutschen Profis in der NBA weiter. In der gerade abgelaufenen Spielzeit waren Dennis Schröder (Cleveland), Franz Wagner, Moritz Wagner, Tristan da Silva (alle Orlando), Maximilian Kleber (Los Angeles Lakers), Isaiah Hartenstein (Oklahoma City) und der frisch gekürte Champion Ariel Hukporti von den New York Knicks in der NBA aktiv.
Auch Jack Kayil vom deutschen Meister Alba Berlin durfte sich wenige Tage nach dem Endspielsieg über Favorit FC Bayern noch Chancen beim Draft ausrechnen. Die zweite Runde findet am Mittwoch (Ortszeit) statt. „Hoffentlich wird er auch noch gedraftet. Er ist so ein großartiger Spieler, einer meiner liebsten Kollegen im Nationalteam“, sagte Anderson. „Ich schaue es mir auf jeden Fall an und drücke ihm die Daumen.“DPA