Problemfall Kimmich?

von Redaktion

Matthäus sieht Nachteile auf Außen und fordert Versetzung ins Zentrum

Mehr Druck für die Zentrale? Felix Nmecha und Joshua Kimmich. © Weller/dpa

New York – Ausgerechnet der Rekord-Nationalspieler eröffnet mitten im Turnier die (leidige) Positionsdebatte um Joshua Kimmich. Lothar Matthäus schreibt in einer Kolumne für „Sport Bild“, dass er den DFB-Kapitän lieber im Mittelfeldzentrum statt auf der Rechtsverteidiger-Position sehen würde: „Kimmich wird im Laufe des Turniers nicht mehr schneller werden, aber die kommenden Gegner werden es sein.“ Der 31-Jährige habe schon beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste als rechter Verteidiger gegen Yan Diomande „seine erwartbaren Probleme mit dem Tempo“ gehabt.

Mit dem Leipziger Überflieger hatte Kimmich in der Tat massive Probleme, im Achtelfinale könnte Deutschland nach wie vor auf Frankreich treffen, das mit Kylian Mbappé, Ousmane Dembele und Michael Olise in der Offensivreihe enorm viel Zug zum Tor mitbringt. Das Trio wechselt dabei gerne auch mal die Positionen, Kimmich hätte also nicht einen klaren Gegenspieler.

Das sieht Matthäus problematisch. Die fehlende Geschwindigkeit des Münchners könne nach Auffassung des Weltmeisters von 1990 mit Blick auf den Turnierverlauf zu einem Problem für das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann werden. Viele Teams setzen auf blitzschnelle Außenstürmer, so Matthäus: „Allein wenn ich an Kylian Mbappé in einem möglichen Achtelfinale gegen Frankreich denke.“

Als Lösung schlägt Matthäus eine Rochade in der Abwehr vor: Linksverteidiger Nathaniel Brown (derzeit angeschlagen) auf rechts zu stellen, sei der einfachste Weg. Der Leipziger David Raum könne dafür die Position links hinten übernehmen. Und Kapitän Kimmich würde demnach an die Seite von Felix Nmecha ins zentrale Mittelfeld rücken. „Dort könnte Kimmich noch mehr Einfluss auf das Spiel nehmen“, schrieb Matthäus. Kimmichs Bayern-Kollege Aleksandar Pavlovic müsste dafür auf die Bank.

Das Duo Kimmich-Nmecha wäre für den deutschen Rekordnationalspieler zudem eine echte Verstärkung in der Struktur des DFB-Teams. Matthäus hob dabei Nmechas Rolle hervor. „Ich habe Felix Nmecha schon vor Turnierbeginn als einen der besten Box-to-Box-Spieler der Welt bezeichnet“, betonte Matthäus. „Wenn Deutschland bei dieser WM Erfolg hat, kann Felix Nmecha jetzt zum Weltstar aufsteigen.“ Der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund überzeuge durch Technik, Präsenz und Laufwege.

Allerdings wird der Bundestrainer im Falle von Kimmich nicht die Sechser-Rolle rückwärts machen. Zumal der 38-Jährige in den vergangenen Partien sehr darauf bedacht war, eine Achse einspielen zu lassen, um die nötigen Automatismen innerhalb der Mannschaft zu entwickeln. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Pavlovic noch nicht an sein Leistungsniveau herangekommen ist.

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