Ronaldo schlägt zurück

von Redaktion

Ältester WM-Doppelpacker: Portugals Superstar (41) kontert alle Zweifel

Mit 41 schneller als der Rest: Ronaldo traf gegen Usbekistan zweifach. © Ellis/AFP

Houston – Zu alt? Zu unbeweglich? Zu harmlos? Cristiano Ronaldo trat der Wand von etwa 50 Journalisten mit einem triumphierenden Grinsen entgegen. „Wir sind zurück, ich bin zurück“, tönte der 41-Jährige und belehrte seine Kritiker: „So bin ich seit 23 Jahren drauf. Damit das niemand vergisst. Es war hart, das muss ich zugeben, aber ich habe durchgehalten, wie ich es immer tue.“

Ronaldos emotionaler Doppelpack bei Portugals 5:0 (3:0) gegen allerdings harmlose Usbeken machte all den Druck, die Zweifel und negativen Schlagzeilen der letzten Tage und Wochen vergessen. Die Öffentlichkeit sei „sehr hart mit uns umgegangen“, er persönlich habe sich in den „düsteren letzten Tagen“ gefühlt, „als hätte ich meine Fußballkarriere bereits beendet“, sagte Ronaldo. Nach dem enttäuschenden WM-Auftakt gegen die Demokratische Republik Kongo (1:1) hatte die Spannbreite der Kritik von Egoismusvorwürfen bis hin zu Rücktrittsforderungen gereicht. Doch Ronaldo denkt gar nicht daran, aufzuhören oder gar aufzugeben. „Ich weiß: Wer hart arbeitet, dem hilft Gott. Ich komme immer an, früher oder später bin ich da“, sagte der fünfmalige Weltfußballer. Wie sehr er gelitten hatte, bekamen die 68.777 Zuschauer im Houston Stadium am Dienstag bereits nach sechs Minuten zu spüren, als der Superstar nach seinem Führungstreffer vor Freude explodierte. Und sich von der Mannschaft feiern ließ, als habe er gerade den WM-Pokal gewonnen. „Ich bin unglaublich glücklich“, sagte Ronaldo und strahlte laut Mitspieler Diogo Dalot mit seiner „Man of the Match“-Trophäe „wie ein kleines Kind“.

Ganze 808 Minuten hatte es bis zur Erlösung gedauert, zehn Spiele war er zuvor auf der großen WM- und EM-Bühne ohne Torerfolg geblieben. Mit seinen WM-Treffern neun und zehn (6./39.) schoss sich Ronaldo nun aber einmal mehr in die Geschichtsbücher: ältester WM-Doppelpacker, WM-Rekordtorschütze seines Landes und erster Spieler, der bei sechs WM-Turnieren getroffen hat. Dazu kommt er mit 975 Karrieretreffern auch der magischen 1000er-Marke immer näher.

Es sei „immer toll, Rekorde zu brechen“, behauptete Ronaldo, aber das Wichtigste für den Erfolg sei das Team. „Wir wissen, dass es schwierig ist, uns zu stoppen, wenn wir so spielen“, sagte der Unersättliche, der seine Karriere unbedingt mit dem WM-Pokal krönen will. Im Gruppenfinale geht es für Portugal in der Nacht auf Sonntag (1.30 Uhr, ZDF und MagentaTV) gegen Kolumbien um den Vorrundensieg. In diesem Fall könnte im Viertelfinale das spektakuläre Duell mit Argentinien und Lionel Messi warten.

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