Zusammen sind wir ein Team: Alle jubeln gemeinsam. © Weller/dpa, Müller/Imago
New York – Rhythmus oder Rotation? Diese Frage beschäftigt Bundestrainer Julian Nagelsmann vor dem letzten Gruppenspiel gegen Ecuador in New York. Die Antwort: dosiertes Durchmischen. „Wir werden im Trainerteam und mit Rudi Völler diskutieren, was wir aufgrund der Belastung anpassen. Wir müssen aber auch für die nächsten Aufgaben im Rhythmus bleiben“, sagte Nagelsmann vor dem Charterflug zum Newark Liberty International Airport in New Jersey und kündigte an: „Es wird wohl ein Mix werden.“
Einerseits möchte der Nationalcoach sein bisheriges Mannschaftsgefüge nicht komplett über den Haufen werfen, andererseits sollen Vielspieler auch mal eine Verschnaufpause erhalten. Aufgrund von muskulären Problemen verpasste Nathaniel Brown das Abschlusstraining. Als Ersatz für Brown steht David Raum parat.
Wie unsere Zeitung erfuhr, hätte auch Jamal Musiala nichts dagegen, seine Kräfte gegen die Südamerikaner zu sparen und seinen nach wie vor schmerzenden Knöchel zu schonen.
Der 23-Jährige hat seit seiner schweren Fußverletzung gelernt, noch besser in seinen Körper hineinzuhorchen. „ch weiß: Gerade nach meiner Verletzung muss ich Geduld haben. Genauso weiß ich aber, dass ich die Qualität dazu habe, die hohen Ziele, die ich mir gesetzt habe, eines Tages zu erreichen. Ich mache mir da aber wegen persönlicher Trophäen keinen Druck“, sagte er der „Sport Bild“.
Sollte Musiala gegen Ecuador durchatmen dürfen, wäre der Offensivstar Teil der deutschen Powerbank, deren Jubelbilder nach dem Last-Minute-Siegtreffer gegen die Elfenbeinküste um die Welt gingen. Aber was zeichnet die DFB-Bank eigentlich aus? Die perfekte Mischung aus Lockerheit und Disziplin. Denn: Es wäre vermessen zu glauben, dass sich die Auswechselspieler 90 Minuten bierernst auf das Spielgeschehen vor ihnen konzentrieren.
„Wir haben einen sehr guten Teamgeist. Das kommt in Deutschland auch an, glaube ich“, sagt der Stuttgarter Jamie Leweling und erklärt das Innenleben der Bankdrücker wie folgt: „Wir machen Späße, es wird viel geredet. Aber wir verfolgen das Spiel auch aufmerksam. Man schaut sich an, auf welcher Position man reinkommen könnte und wie der Gegner drauf ist.“ Als Ersatzmann sei man zwar aufgeregt, wenn man zur Einwechslung an den Spielfeldrand schreite: „Aber es ist immer noch ein Fußballspiel und nichts anderes als im Verein. Gegen die Elfenbeinküste hat es für die Einwechselspieler gut funktioniert.“
Die aktuelle sportliche Führung würde diese Aussagen sicher unterstreichen. „Wir wollen in diesem Flow bleiben, um danach auch im Sechzehntelfinale selbstbewusst aufzutreten“, betonte Sportdirektor Rudi Völler. Denn um die ganz großen Ziele zu erreichen, „müssen wir noch ein paar Prozent drauflegen“. Dennoch werde Nagelsmann „einige“ Stars schonen „und anderen eine Chance“ geben.M. BONKE, V. TSCHIRPKE