Hamilton schreibt am Ferrari-Märchen

von Redaktion

Sogar der achte Weltmeistertitel scheint für den britischen Formel1-Star wieder möglich

Wieder ganz oben: Hamilton in Barcelona. © Shbair/dpa

Spielberg – In Italien träumen sie längst von einem Märchen wie damals mit Michael Schumacher. In seinem fünften Jahr im Ferrari holte die deutsche Formel-1-Legende im Jahr 2000 endlich den WM-Titel zurück nach Maranello. Ob Lewis Hamilton das nach seinem Premierensieg nun schon in der zweiten Saison im legendären roten Renner schafft?

„Ich habe noch nicht daran gedacht“, sagte Hamilton, als er auf einen möglichen achten Fahrertitel angesprochen wurde. Als erster Pilot der Motorsport-Königsklasse könnte er sich diesen sichern und damit Schumacher übertrumpfen. Der nächste Schritt ist am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) beim Großen Preis von Österreich möglich.

Länger war nicht daran zu denken, dass Hamilton im Spätherbst seiner Karriere nach 686 Tagen Wartezeit noch mal zum Siegfahrer werden würde. Nach dem spektakulären Wechsel von den Silberpfeilen zu Ferrari lief ein Jahr lang gar nichts zusammen. „Ich bin absolut nutzlos. Sie müssen wahrscheinlich den Fahrer tauschen“, hatte Hamilton im Vorjahr gesagt. Sein Frust war extrem, weil das Auto nicht wie gewünscht funktionierte. Ein Sprintsieg in China war das einzige Erfolgserlebnis, im Titelkampf war er chancenlos.

„Das war die schlimmste Saison, die ich jemals hatte“, sagte er kurz vor Jahresende. Doch anstatt aufzugeben, weckte das nur seinen Ehrgeiz. Hamilton trainierte härter denn je, sein Alter ist ihm im Kampf mit den teilweise mehr als 20 Jahre jüngeren Konkurrenten nicht anzumerken.

Bei aller Konkurrenz freute sich auch Mercedes-Chef Toto Wolff über die Auferstehung seines einstigen Top-Mitarbeiters, der sechs seiner sieben Titel im Mercedes einsammelte. „Ich habe ihn auf dem Podium im Fernsehen gesehen. Sein Gesichtsausdruck zeigt mir, dass er sehr glücklich ist“, sagte Wolff: „Vielleicht hilft auch seine Freundin.“ Offiziell machten Hamilton und US-Superstar Kim Kardashian ihre Beziehung bislang zwar nicht, doch eben das gilt nicht nur im Fahrerlager als offenes Geheimnis. Auch in Monaco stand die Amerikanerin ganz vorn, als Hamilton seinen zweiten Platz im Fürstentum feierte.

Nur zu gerne würde er wieder zum Dauergast auf dem Podest werden. „Ich habe keinerlei Anteil daran“, sagte derweil Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. Hamilton habe sich alleine aus seiner persönlichen Krise befreit. „Er konnte sich komplett neu fokussieren“, sagte der Franzose.

Was möglich ist, zeigte Hamilton in Spanien. Als erst vierter Fahrer der Geschichte gewann er dort im Alter von mehr als 40 Jahren ein Formel-1-Rennen. Einiges spricht dafür, dass es nicht das letzte war.DPA

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