München – Es ist ein Spruch, der einem den letzten Nerv rauben kann: „Wir verbinden Sie mit dem nächsten freien Mitarbeiter.“ So ähnlich dürfte es sich derzeit auch für Tunay Deniz anfühlen. Der Mittelfeldspieler ist weiterhin bereit, auch in der Regionalliga Bayern für 1860 aufzulaufen: „Mein Herz gehört den Löwen, das weiß auch Manfred Paula“, betont Deniz im Gespräch mit unserer Zeitung. Deniz schiebt das offensichtliche Problem jedoch gleich hinterher: „Der Club muss jetzt erst einmal regeln, wie es überhaupt weitergeht.“
Klar ist auch: Ewig kann der 32-Jährige auch nicht darauf warten, dass die Löwen ihre internen Probleme geregelt bekommen: „Ich benötige Planungssicherheit, gerade mit zwei kleinen Kindern zu Hause.“ Angebote anderer Clubs lägen laut Deniz bereits vor. Dennoch hofft er darauf, dass sein Comeback nach auskuriertem Kreuzbandriss im Trikot der Sechzger steigt. Kommende Woche, so hofft er, könnte es weitere Gespräche geben. „Die Löwen haben ja auch nicht ewig Zeit, bald startet die Saison“, weiß auch Deniz. Mit dem Kraftraum und Laufeinheiten hat sich der Deutsch-Türke jetzt lange genug beschäftigt, vermisst er doch den Ball am Fuß.
Mit dem Ball am Fuß, aber dennoch in der Löwen-Warteschleife, hing der VfB Eichstätt fest. Eigentlich hätten die beiden Regionalligisten am 11. Juli in einem Testspiel die Klingen gekreuzt. Doch daraus wird nichts. Auf Instagram schrieben die Eichstätter: „Leider fehlte aufseiten der Münchner Löwen nach den veränderten Voraussetzungen durch den Lizenzentzug die Bereitschaft zur Austragung der Begegnung.“ Stattdessen testet 1860 am selben Tag in Deisenhofen (16 Uhr).
Nur wenige Wochen vor dem Start der Regionalliga scheint bei 1860 also die Zeit weiterhin stillzustehen. Ändern soll das schon bald Dr. Max Liebig, ein renommierter Insolvenzverwalter mit enormer Erfahrung (159 Verfahren seit 2020). Zu den prominentesten Fällen des Münchner Diplom-Kaufmanns zählen die Insolvenzen rund um Starkoch Alfons Schuhbeck und beim ehemaligen 1860-Rivalen Türkgücü. Gerade bei Schuhbeck gelang es Liebig, wesentliche Betriebsteile an Investoren zu übertragen und Arbeitsplätze zu erhalten. Auch in anderen Verfahren machte er sich eher als Fortführer und Sanierer denn als klassischer Abwickler einen Namen. Bei Liebig wird zunächst schonungslos Bilanz gezogen. Seine bisherige Arbeit legt aber nahe, dass er erst nach einer tragfähigen Fortführungslösung sucht, ehe über eine Zerschlagung nachgedacht wird.MBU/ULK