Heimspiel für den Frustrierten

von Redaktion

Max Verstappen führt genervt nach Spielberg – die Gerüchteküche brodelt weiter

Der Spaß ist weg: Max Verstappen. © Szilagyi/EPA

Spielberg – Vorfreude auf das Heimspiel seines Red-Bull-Rennstalls ist bei Max Verstappen nicht mal im Ansatz zu spüren. „Wir wissen, dass es uns an Leistung mangelt“, sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister: „Daher geht es vor allem darum, das Auto zu verbessern. Das ist, was wir alle wollen.“ Doch nicht nur sein mangelhafter Dienstwagen verhagelt dem 28-Jährigen gehörig die Laune, auch die nicht enden wollenden Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied von seinem Rennstall nerven Verstappen gewaltig.

Angeblich laufen Verhandlungen mit dem Weltmeisterteam von McLaren, will nun die englische Daily Mail vor dem Großen Preis von Österreich am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) erfahren haben. Demnach könnte Verstappen mit Oscar Piastri die Cockpits tauschen, vielleicht schon 2027. Dass Verstappen, derzeit nur enttäuschender WM-Siebter, vorzeitig aus seinem noch bis Ende 2028 laufenden Vertrag aussteigen kann, weil er nur hinterherfährt, hält sich als Gerücht hartnäckig. Ein Wechsel zu McLaren könnte durchaus Sinn ergeben, weil dort sein engster Vertrauter, Renningenieur Gianpiero Lambiase, anheuert.

„Wir möchten den Weg mit Red Bull weitergehen und Max seine Karriere hier beenden – aber natürlich mit der Möglichkeit zu gewinnen“, sagte Verstappens Manager Raymond Vermeulen zuletzt in der Sport Bild. Medien spekulieren, dass Verstappen zum Jahresende bei Red Bull gehen kann, wenn er zum Start der Sommerpause nicht mindestens WM-Zweiter ist – bei noch vier Läufen praktisch unmöglich.

Und: Ein klares Bekenntnis von Verstappen zu Red Bull über das Saisonende hinaus gibt es nicht. „Wir wollen nicht das viertbeste Team sein, wir wollen besser werden“, sagte er in der Steiermark. Bei den Konstrukteuren liegt das einst so dominante Red-Bull-Team nach den umgreifenden Regeländerungen außerhalb der Top Drei hinter Mercedes, Ferrari und McLaren.

Aber es ist das übliche Katz-und-Maus-Spiel. Auch die anderen Teams werden im Jahresverlauf immer schneller, Red Bull muss noch mehr leisten, um den Ausnahmefahrer zufriedenzustellen. Noch im Vorjahr wurde über einen Wechsel zu Mercedes spekuliert, ob das weiter eine Option ist, bleibt abzuwarten. George Russell und Kimi Antonelli ´scheinen fest im Sattel.

Vier Große Preise und drei Sprintrennen hat Verstappen auf dem Red-Bull-Ring in Österreich schon gewonnen. Dass bei Gluthitze von bis zu 36 Grad am Wochenende ein weiterer dazu kommt, ist eher unwahrscheinlich. Allerdings wird es einige technische Verbesserungen am Auto geben, es soll das größte Upgrade-Paket des Jahres für den RB22 werden. „Hoffentlich läuft es dann besser“, sagte Verstappen. Schon seine elfte Saison sitzt er im Cockpit des Rennstalls, fuhr in dieser Zeit 71 Siege und 48 erste Startplätze heraus.

In seinem Gesicht lässt sich dieser Tage aber ablesen, dass ihm der Spaß gerade verloren gegangen ist. Mit dem neuen Energie-Management kann der Vollblutfahrer weiter wenig anfangen. „Natürlich erfordert jede Regeländerung auch eine etwas andere Herangehensweise beim Fahren“, sagte er. Verstappen, so ist er gestrickt, will aber eben Vollgas geben, mit seinem kompromisslosen Fahrstil endlich wieder die Szene beherrschen und die Konkurrenten heftig zum Verzweifeln bringen.DPA

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