DAS WM-TAGEBUCH

Kein Trump, kein Musk

von Redaktion

Von Günter Klein

Seit knapp drei Wochen bin ich nun in den USA – und es ist wie ein Urlaub von Donald Trump und Elon Musk. Klingt widersprüchlich und ist vielleicht auch wegen der Konzentration auf den Fußball so. Doch ich gehe mit offenen Augen durch die Straßen, werfe Blicke durch die Glasfassaden der Nachrichtensender – und selbst in ihren Newsrooms nichts zu sehen vom Orangenen. New York ist so busy, dass gar niemand an ihn denkt. Da fehlte mir doch was, sodass ich mich aufmachte zum Trump Tower. Auch hier: wenig los. Der Trump Tower wirkt wenig imposant, für einen Wolkenkratzer ist er nicht mehr als Mittelstand. Am Eingang gelangweilte Sicherheitskräfte. Ein Schild zeigt, was es in dem Gebäude gibt: Trump Store, Trump Café, Trump Grill, Trump Sweets – eine kulinarische (Selbst-)vermarktung wie einst bei Alfons Schuhbeck. Die andere Nervensäge ist Elon Musk. Meine Erwartung war, dass ich ständig an ihn würde denken müssen, weil in den USA sicher massig Teslas durch die Gegend fahren. In den eher ländlichen Umgebungen des DFB-Teams in Winston-Salem fielen mir überhaupt keine auf. Eine gewisse Begehrlichkeit verspürte ich in mir, einen Tesla Cybertruck zu sehen, der für europäische Länder keine Zulassung bekommen hat. Die Bilanz bisher: vier Sichtungen. Eine in Houston, drei in Manhattan. In natura (lustiger Begriff, wenn es um Technik geht) ist solch ein rollender Großrechner noch viel hässlicher als auf Bildern. Hätte ich als bastelunbegabtes Kind vor 50 Jahren mit Pappkartons ein Auto gebaut – es würde wie ein Cybertruck aussehen. Was bei dieser WM noch gelingen muss: Solch einen Panzer-Verschnitt fotografisch einzufangen. Der Anblick lässt einen erst einmal nur erstarren.

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