München – „Der Sturm kommt und wir sind bereit, durch ihn hindurchzufliegen!“ Mit diesen Worten kündigen die Munich Ravens das Topspiel am kommenden Sonntag gegen Nordic Storm an. Das Duell mit dem ebenfalls ungeschlagenen Team aus Kopenhagen wird in der Tat die erste richtig große Prüfung für die Münchner Footballer, die ordentlich Rückenwind unter ihren Schwingen haben.
„Wir wollen zeigen, dass wir eines der besten Footballteams sind, das Europa je gesehen hat“, so die selbstbewusste Zielsetzung von Quarterback Russell Tabor vor der Saison. Die ersten Wochen der neugegründeten European Football Alliance (EFA) haben gezeigt, dass diese Aussage keinesfalls aus Überheblichkeit, sondern aus dem Wissen um die eigene Stärke getätigt wurde. Vier Spiele, vier Siege, vier Mal mehr als 40 erzielte Punkte. So lautet die Bilanz der Ravens nach den Partien gegen Tirol, Frankfurt, Paris und Prag. Alles Teams, die in der letzten ELF-Saison mindestens die Hälfte ihrer Spiele gewinnen konnten. „Der Start in die Spielzeit war fantastisch. Der Erfolg zeigt, dass wir in den letzten Jahren konstant gut gearbeitet haben“, so Manager Sean Shelton.
In der Tat, dass die Ravens so dominieren, liegt – anders als teilweise in der ELF – an der eigenen Stärke und nicht an den schwachen Kontrahenten. Insbesondere die Offensive um den neuen Star-Passempfänger Louis Geyer und Quarterback Tabor brilliert bisher. Durch hohe Führungen – oft noch im ersten Viertel – wurden die Ravens-Gegner nicht nur sportlich, sondern auch mental überrannt. Die Bodenhaftung verliert man bei den Ravens trotzdem nicht: „Am Ende geht es darum, im August beim Final Four erfolgreich zu sein. Dort liegt unser Fokus“, erklärt Shelton.
Auch neben dem Platz läuft es knapp vier Jahre nach der Gründung hervorragend. Die Ravens haben sich – trotz Ligachaos – mittlerweile beim Münchner Footballpublikum etabliert. Über 5000 Zuschauer zum Auftakt an der Grünwalder Straße sprechen eine deutliche Sprache. „Ich denke, dass die neue Liga sehr gut angenommen wurde. Wir haben viel getan, um das Produkt noch fanorientierter zu gestalten. Das funktioniert, die Menschen genießen es, die EFA zu verfolgen“, schwärmt Shelton.CLAAS SCHÖNFELD