Neuer plädiert auf unschuldig

von Redaktion

Torwartfehler beim 1:2? Neuer reagiert pikiert: „Auf keinen Fall!“

Wieder vereint: Neuer und Söhnchen Luca. © Weller/dpa

Daneben gegriffen: Der 40-Jährige war zu langsam. © Woody/dpa

East Rutherford – Immerhin konnte Manuel Neuer kurz nach Abpfiff und trotz des 1:2 (1:1) gegen Ecuador wieder lächeln. Nach Wochen war der deutsche Nationaltorhüter endlich wieder mit Söhnchen Luca (2) vereint. Als die Mannschaft am Donnerstagabend wieder am Flughafen in Winston-Salem landete, trug Neuer seinen Sprößling liebevoll die Gangway hinunter. Mit dabei: Ehefrau Anika und Mutter Marita.

Weniger erfreut reagierte der 40-Jährige auf Nachfragen zu seinem vermeintlichen Patzer, der für den ecuadorianischen Siegtreffer gesorgt hatte.

Ob Neuer das letzte Gegentor auf seine Kappe nehme, wurde der Schlussmann gefragt. „Nein“, antwortete der Torhüter wie aus der Pistole geschossen: „Das ist eine ganz normale Situation. Jeder Torwart, der schon einmal gespielt hat, der weiß, dass ich mich so zu dem Ball hinstellen muss“, sagte die Nummer eins, die bei dieser für ihn bisher so undankbaren WM mehr Tore kassiert (4) als Bälle gehalten hat (3). Einmal im Selbstverteidigungsmodus führt Neuer sein Plädoyer umfangreich aus: „Ich muss auf das schauen, was vor mir passiert, wo der Ball ist und was mit dem Ball passiert. Deswegen wollte ich ihn einfach nur fangen, das war die sicherste Lösung. Wenn ich anfange, im Fünfer auf Brustwarzenhöhe die Bälle rumzupatschen, dann wäre es möglicherweise ein Eigentor gewesen, also auf gar keinen Fall.“

Die Entscheidung treffe er innerhalb von einer Millisekunde. Neuer plädiert ganz klar auf: unschuldig! Rückendeckung erhält der mehrmalige Welttorhüter sowohl von ARD-Experte und Weltmeister-Kollege Bastian Schweinsteiger („Wenn so viele Spieler vor dem Torwart sind, kannst du wenig machen“) als auch von Bundestrainer Julian Nagelsmann ( „Es ist wieder extrem ärgerlich für Manu, dass er so die Winner-Aktion leider noch nicht hatte. Die Abschlüsse waren alle eklig“).

Fakt ist aber auch, dass Neuers Rückkehr bisher noch keinerlei positiven Effekt hatte. Wie schon gegen Curacao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1) konnte er dem ersten Torschuss nur hinterherschauen, diesmal war es ein 22-Meter-Knaller von Nilson Angulo (9.) durch die Beine von Aleksandar Pavlovic.

Joshua Kimmich hingegen ist froh, wenn Neuer keine Winner-Aktionen leisten muss. Denn dann, so der Kapitän, „haben wir gut verteidigt“.M. BONKE, V. TSCHIRPKE

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