Santa Cruz (re.) beim letzten Duell mit Deutschland.
Paraguays heutiger Anführer heißt Enciso (re.). © Forster/AFP, imago
Winston-Salem – Wer sich heute auf ein Fußballspiel gegen Paraguay vorbereitet, hat es deutlich schwerer als noch vor 15 Jahren: Damals bestand die Nationalelf der Südamerikaner vor allem aus zwei großen Namen, auf die sich alles konzentrierte: Nelson Valdez (ehemals Werder Bremen und Borussia Dortmund) und Roque Santa Cruz (Ex-Stürmer des FC Bayern). Beide Stürmer wirbelten jahrelang durch die Bundesliga und verkörperten internationales Top-Niveau, Santa Cruz widmeten die Sportfreunde Stiller sogar ihren Song „Ich, Roque“.
Im Jahr 2026 sieht das Ganze anders aus: Paraguay hat keine schillernden Namen mehr in seinen Reihen. Der bekannteste Profi, Julio Enciso, spielt für Racing Straßburg, Verteidiger Omar Alderete für den AFC Sunderland. Ansonsten steht noch Mittelfeldmotor Diego Gómez von Brighton im Kader, der 23-Jährige fehlt allerdings nach zwei Gelben Karten gesperrt.
Worauf muss Julian Nagelsmann also seine Mannschaft einstellen? Vor allem auf ein Team, das ähnlich wie Ecuador und die Elfenbeinküste aggressiv in die Zweikämpfe geht, leidenschaftlich verteidigt und individuelle Schwächen im Kollektiv ausgleicht. Wie heiß die Südamerikaner auf die K.o.-Phase sind, ist daher unverkennbar: „Ich habe ein Team, das härter kämpft als alle anderen, das nie aufgibt. Diese Mentalität hat uns zuletzt so viel Erfolg gebracht“, erklärte Nationaltrainer Gustavo Alfaro. „Nach der gelungenen Qualifikation wollen wir der Welt nun zeigen, wofür der Fußball Paraguays steht: für Leidenschaft, für Stolz, für Erfolg. Wir wollen die Menschen in unserem Land glücklich machen.“
Für die DFB-Elf gilt es im Duell am Montag (22.30 Uhr, ZDF) daher vor allem darum, unnötige Ballverluste zu minimieren und die Südamerikaner nicht mit Kontern ins Spiel zu holen. Schließlich hat Paraguay dank der deutschen Pleite gegen Ecuador das perfekte Lehrstück für die Partie: „Paraguay wird eine ähnliche Herangehensweise wählen“, folgerte daher auch Magenta-Experte Mats Hummels.
„Mit Intensität das Mittelfeld eng machen und versuchen, diese Ballverluste zu provozieren, die einem die deutsche Mannschaft auch ganz gerne gibt. Es ist absolut vorstellbar, dass sie sich das Spiel von Ecuador an- und abgucken werden.“
Die DFB-Elf ist also vorgewarnt – auch wenn sie diesmal keine Topstürmer wie Roque Santa Cruz bändigen muss.V. TSCHIRPKE, M. BONKE