„Olise? 300 Millionen, oder er bleibt!“

von Redaktion

Diese Experten bestimmen die Marktwerte der Stars

Transfermarkt-Experten Christian Schwarz (li.) und Tobias Kröger

Die Weltmeisterschaft hat schon jetzt ihre ersten Senkrechtstarter. Der Schweizer Johan Manzambi oder auch der Ivorer Yan Diomande liefern auf der größten Fußballbühne der Welt und treiben damit ihre Marktwerte konsequent in die Höhe. Doch wer entscheidet eigentlich, wie viel ein Spieler wert ist? Unsere Zeitung hat mit Tobias Kröger und Christian Schwarz vom Fachportal „transfermarkt.de“ gesprochen. Das Interview:

Herr Kröger, Herr Schwarz, wie schauen Sie WM: Haben Sie immer Zahlen im Kopf?

Kröger: Als Marktwertverantwortlicher nehme ich schon jedes Tor unter diesen Gesichtspunkten wahr und denke mir: Was hat das für Auswirkungen? Die Zahlen und Marktwerte sind omnipräsent.

Schwarz: Wir kommen gerade aus der Mittagspause. Da wurde natürlich auch über die Marktwerte gesprochen.

Dann nehmen Sie uns doch mal mit in die Mittagspause!

Kröger: Johan Manzambi kommt einem natürlich als Erstes in den Sinn. Man hatte ihn ja auch vor der WM schon auf dem Schirm, aber jetzt bringt er seine Leistung im größten Rampenlicht. Der Hype ist losgetreten und dürfte auch weitergehen. Jedes Tor mehr allerdings könnte auch ein weiterer Grund sein, Freiburg zu verlassen. Aktuell steht er bei 50 Millionen Euro Marktwert – wenn er im Achtel- oder Viertelfinale trifft, kann es auch schnell über die 60 Millionen gehen. Das ist definitiv drin! Er ist einer der Senkrechtstarter.

Der FC Bayern ist mit Ismael Saibari und Nathaniel Brown schon früh einig – und kann sich die WM entspannter anschauen?

Kröger: Es war clever von den Bayern, das Grundgerüst der Deals schon vor der WM festzuzurren. Gerade bei Saibari wäre das Risiko ansonsten bei jedem Tor größer geworden, dass a) sein Marktwert steigt und b) neue Interessenten aufkommen.

Kann man die WM eher als Börse bezeichnen, auf der viel spekuliert wird, und nicht als Basar?

Schwarz: Beides. In der Anfangsphase eher Börse, in der Schlussphase beginnt der Basar.

Lennart Karl ist nicht dabei.

Schwarz: Sein Marktwert hätte explodieren können bei der WM. Er hat das Alter, den Verein – der bringt alles mit.

Gehen wir vom Optimalfall aus: Der Münchner Michael Olise erzielt im Finale den entscheidenden Treffer. Wo ist die Schallmauer?

Kröger: Bei 200 Millionen. Es gibt aktuell keine Anzeichen, dass man bei irgendeinem Spieler drübergeht. Aber wenn alles optimal läuft, kann es in diesen Bereich gehen. Und große Chancen auf den Ballon d’Or hat er dann auch.

Schwarz: Prinzipiell kann Bayern jetzt schon zu Interessenten sagen: 300 Millionen – oder er bleibt!

INTERVIEW: HANNA RAIF

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