Der Sieg von Paraguay? Ich hätte darauf wetten sollen. Denn am 29. Juni, meinem Geburtstag, sind zwei Dinge quasi unverrückbar: Die Sonne scheint (Sonntagskind!) und die Nationalmannschaft verliert.
Der Fluch begann mit dem WM-Finale 1986. Da war mir noch nicht klar, was mein Erscheinen auf dem Planeten auslösen würde. Auch vom 2:3 gegen Argentinien weiß ich wenig. Das EM-Finale 2008 hingegen hat sich in mein Hirn eingebrannt. 22. Geburtstag! Lauwarmer Sommerabend. Der Garten voll mit Freunden und einer großen Leinwand. Die Stimmung war schnell dahin. Danke für nichts, Fernando Torres! 2021 schießt uns bei der Europa-EM ausgerechnet England (in London) im Achtelfinale raus. Müller läuft bei 0:1 alleine aufs Tor zu und versemmelt. Im Gegenzug netzt ein gewisser Kane ein. Am Montag hat das Universum die Nati und mich wieder vereint. Mittlerweile 40 Jahre alt und beruflich bedingt mit neutralem Blick auf Nagelsmänner, ärgere ich mich am meisten darüber, dass erst um 1.30 Uhr Schluss ist. Hey, DFB! Ich musste um 6 Uhr zur E-Paper-Produktion raus!
Ein Rätsel bleibt mir nur der 29. Juni 1998. Als Mexikos Hernández (47.) in Montpellier im WM-Achtelfinale zum 1:0 trifft, scheint alles seinen Gang zu gehen. Doch Klinsi stochert und Bierhoff köpft – 2:1. Vermutlich hatte irgendjemand im großen Kosmos einfach Mitleid mit einem zwölfjährigen Fußballfan.