Knallhart: Didi Hamann.
„Frauen können im Viertelfinale einfliegen“, findet Matthäus. © Feil/Imago, Asendorpf/dpa
Boston – Als Chefkritiker des FC Bayern ist Didi Hamann bekannt – nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft hat der 52-Jährige nun auch zum Rundumschlag gegen den DFB ausgeholt. Im Mittelpunkt: Julian Nagelsmann, der sowieso aus allen Richtungen sein Fett wegbekommt. Aber Hamanns Worte „Ich habe keine Sympathie für ihn. Ich glaube, er und das Team haben bekommen, was sie verdient haben“, hallen doch lauter nach als die meisten anderen.
Als Experte des irischen Senders RTÉ Sport wurde der frühere Nationalspieler nach dem Spiel deutlich und hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Vor allem habe Nagelsmann es in Hamanns Augen versäumt, ein Team zu bilden. „Ich glaube, Herz kommt von Teamspirit, vom Zusammensein, vom Vertrauen, dass deine Teamkollegen da sind, wenn du sie brauchst. Ich habe das Gefühl, unter diesem Trainer war das nie der Fall“, sagte er. Auch wenn „immer über die Stimmung im Camp“ geredet wurde, konnte Hamann nur lächeln: „Es ist toll, das zu sagen, aber du musst es zeigen.“
Das sei weder bei der EM noch in der Qualifikation und bei der WM gelungen: „Im Durchschnitt waren die Auftritte enttäuschend.“ Nagelsmann stehe daher zurecht in der Schussbahn: „Offensichtlich ist es der Trainer. Es ist der Job eines Trainers, die Jungs zusammenzubekommen.“ Dafür hätte der 38-Jährige aber viel mehr Spiele besuchen müssen. Auch über die Club-WM im Vorjahr in den USA sagt Hamann: „Wer war nicht da? Unser Trainer.“
Ein Kritikpunkt, der zur „Work-Life-Balance“ passt, die auch Lothar Matthäus anführt. „Es gab viele Themen, die wichtiger waren als das auf dem Platz“, sagte der Rekordnationalspieler der „Bild“ und äußerte Zweifel an der Einbindung von Angehörigen. Der Fokus habe „nicht auf dieser WM“ gelegen: „Es war immer ein freier Familientag und noch ein freier Familientag.“ Und jetzt ist Schluss.H. RAIF