Tröster: Kapitän Kimmich mit Nadiem Amiri. © Woitas/dpa, Samad/AFP
Zum Ins-Trikot-Beißen: Joshua Kimmich.
Foxborough – Der Auftritt von Joshua Kimmich nach dem Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft 2018 hat sich in die Erinnerungen vieler Menschen gebrannt, die in den Katakomben des Al-Bait-Stadions in Katar vor Ort waren. „Wir fahren wieder nach Hause. Dementsprechend habe ich ein bisschen Angst davor, echt in ein Loch zu fallen“, sagte Kimmich damals völlig aufgelöst und leer und sprach vom „schwierigsten Tag“ seiner Karriere.
Dementsprechend gespannt wurde auf das Interview des DFB-Kapitäns nach dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Paraguay in der Mixed Zone gewartet. Von einem Häufchen Elend war der 31-Jährige weit entfernt, stattdessen setzte er zu einer messerscharfen und fundierten Analyse an.
„Es fühlt sich nicht gut an. Wenn man als Kind der Nationalmannschaft zugeschaut hat, waren es immer Halbfinale, Finale oder Weltmeister – große Erfolge. Das hat einen selbst auch sehr geprägt, mit der Nationalmannschaft mitzufiebern. Das ist etwas, was man den Kindern und Menschen zu Hause geben und bieten möchte“, sagte der DFB-Kapitän und wurde noch deutlicher: „Wir haben es wieder nicht geschafft, eine Euphorie zu schaffen und eine Mannschaft auf dem Feld zu sein, mit der sich die Menschen identifizieren können.“ Am Ende gehe das eben über den Erfolg – und nicht über Friede, Freude, Eierkuchen.
Aber weshalb wirkte der mehrfache Familienvater nach dem Paraguay-K.o. so gefasst? Kimmich: „In den acht Jahren wächst man natürlich auch in seiner Rolle, in seiner Verantwortung. Deswegen ist es bedeutender als Kapitän auszuscheiden, weil man eine große Verantwortung für die Gruppe trägt.“ Kimmich betonte, er sei stolz die Kapitänsbinde zu tragen. Doch der Schmerz wird bleiben.M. BONKE, V. TSCHIRPKE