Zum Brüllen gut: Defensive Lineman Etuale Lui. © Ravens
München – „Ihr seid unfassbar geil!“ Mit kaum noch existenter Stimme rief Kendral Ellison den frenetisch feiernden Fans diese vier Worte entgegen. Als Antwort bekam der Cheftrainer der Munich Ravens lauten Jubel von den Rängen des Unterhachinger Sportparks. Es war das passende Ende für einen bemerkenswerten Footballnachmittag. Durch den dramatischen 37:34-Erfolg gegen Nordic Storm Kopenhagen untermauerten die Münchner Footballer ihre Ambitionen.
Dabei hatte es bei der Hitzeschlacht lange nach der ersten Niederlage in der bisher so perfekt laufenden Saison ausgesehen. Der ebenfalls noch ungeschlagene Gegner aus dem hohen Norden nutzte die vielen kleinen und großen Fehler der Ravens gnadenlos aus. „Das ist einfach nicht gut genug“, schrie Ellison seinen Spielern zu. Die Wut des Trainers war bis in die letzte Reihe der Tribüne zu hören. Ballverluste von Quarterback Russell Tabor und eine zu luftige Defensive sorgten dafür, dass die Hausherren fast das gesamte Spiel einem Rückstand hinterherlaufen mussten.
Doch das über die letzten Monate aufgebaute Selbstvertrauen der Ravens zahlte sich aus. 90 Sekunden vor dem Ende gingen die Münchner in Führung. „Ich habe letzte Saison mit Madrid zweimal in diesem Stadion kurz vor Schluss verloren. Daher wusste ich, dass wir dieses Spiel drehen können“, so Matchwinner Justus Seelig über die Endphase.
Beinahe hätten die knapp 3000 Zuschauer bei 35 Grad doch noch eine Verlängerung erlebt, doch der entscheidende Field-Goal-Versuch der Skandinavier verfehlte sein Ziel. „Es war sehr schwer, aber wir haben geliefert, als es drauf ankam“, resümierte Ellison. So fahren die Ravens kommende Woche als Tabellenführer nach Innsbruck, bevor am 12. Juli das Heimspiel gegen Frankfurt ansteht.CLAAS SCHÖNFELD